Interviews aus dem Web Verfasst am: 05.08.2006, 09:19
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"Ich bin bescheiden und umgänglich"
50 Cent ist der erfolgreichste Rapper der Welt. Ein Gespräch über die Verfilmung seines Lebens und das Gefühl, ein Haus mit 37 Badezimmern zu besitzen
US-Rapper 50 Cent
Foto: dpa
Was an Curtis Jackson alias 50 Cent am meisten erstaunt, ist weder sein Erfolg noch seine muskelbepackte Erscheinung. Es ist die unglaubliche Freundlichkeit, die der härteste Rapper im HipHop-Geschäft im Interview an den Tag legt. Im Unterschied zu seinen Kollegen ist er charismatisch und auskunftsfreudig und außerdem hoch konzentriert. Jede Frage wird nach kurzer Überlegung klar beantwortet, wobei er Floskeln und Slangwörter strikt vermeidet. Das dient nicht zuletzt der Effizienz. Denn der Terminplan von 50 Cent zur Zeit ist derart voll, daß Gespräche von mehr als zwanzigminütiger Dauer für den erfolgreichsten Rapper der Gegenwart schlicht undenkbar sind.
Welt am Sonntag: Herr Jackson, Sie haben gerade Ihren ersten Film "Get Rich Or Die Tryin'" abgedreht. Warum wollten Sie die Geschichte Ihres Lebens im Kino erzählen?
Curtis Jackson: Daß der Film mein Leben erzählt, kann man so nicht sagen. Er ist daran angelehnt. Etwa 75 Prozent stimmen mit meiner Biographie über ein.
Wieso nur 75 Prozent?
Jackson: Weil man dreißig Lebensjahre kaum in 90 Minuten nacherzählen kann, und ein Lebenslauf mit den dramatischen Notwendigkeiten eines Films schwer in Einklang zu bringen ist.
Aber jeder, der den Film sieht, wird denken, etwas über Sie zu erfahren. Welches Gefühl haben Sie dabei?
Jackson: Das ist cool. Und man erfährt ja auch etwas über mich, nur mit gewissen Unschärfen. Aber durch den Film werden meine Fans das Gefühl haben, mir näher zu sein. Und Leute, die kein HipHop hören, werden ohne die Musik die Möglichkeit haben, mich kennenzulernen. Das ist der Sinn des Films.
Bei dem Projekt hat der vielfach preisgekrönte irische Filmemacher Jim Sheridan die Regie übernommen. Für einen Film über HipHop war das nicht gerade eine naheliegende Wahl.
Jackson: Sheridan ist einfach ein großartiger Regisseur. Denken Sie nur an "In America", "Mein linker Fuß" oder "Der Boxer". Ich habe mir Filme vieler Regisseure angeschaut, um herauszufinden, wen ich fragen könnte. Und die Tatsache, daß Sheridan zugesagt hat, war unglaublich. Aber wie ich heute weiß, gab es in seinem Leben viele Dinge, die mit meinem Leben vergleichbar sind. Jedenfalls im übertragenen Sinne. Die Straßen von New York sind den Straßen von Dublin durchaus ähnlich.
War es schwer, Sheridan von dem Projekt zu überzeugen?
Jackson: Im Gegenteil. Er kannte meine Musik, lange bevor ich bei ihm angefragt hatte. Er ist mehr HipHop, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt.
Ist "Get Rich Or Die Tryin'" in diesem Sinne ein klassischer HipHop-Film geworden?
Jackson: Nein, obwohl es in dem Film natürlich auch um HipHop geht. Aber vor allem zeigt der Film, wie ich aufgewachsen bin, und warum ich tue, was ich tue.
Denken Sie, daß Ihr Leben, sich von Biographien anderer Rapper unterscheidet? Oft hat man den Eindruck, als erzählten alle die gleiche Geschichte.
Jackson: Natürlich ist meine Geschichte besonders. Schon deshalb, weil ich den Weg aus der Armut und Kriminalität gefunden habe. Ich hatte dabei auch Glück. Und wie im Film, war es die Geburt meines Sohnes, die mich zum Umdenken gebracht hat. Er wurde zum Wichtigsten, was ich im Leben habe. Nach seiner Geburt habe ich mich voll auf die Musik konzentriert.
Wie alt ist Ihr Sohn heute?
Jackson: Er ist neun.
Sie werden sicherlich nicht viel Zeit für ihn haben. Denken Sie, daß Sie ein guter Vater sind?
Jackson: Ich bin der beste. Ich verwöhne ihn sehr.
Warum?
Jackson: Weil ich denke, daß es viel zuwenig verwöhnte schwarze Kinder gibt.
Sind Curtis Jackson und 50 Cent eigentlich identisch?
Jackson: Da gibt es einen Unterschied. Denn im Grunde bin ich ganz bescheiden. Viele Künstler, die meinen Status erreicht haben, neigen dazu, ihre Macht auszunutzen. Aber das tue ich nicht. Ich denke, daß ich ziemlich umgänglich bin.
Sie sagen, daß Sie bescheiden sind, aber Sie besitzen unfaßbar teuren Schmuck, Villen, Autos und viele Dinge mehr. Ist man als Superstar-Rapper dazu verpflichtet, ein übertriebenes Leben zu führen?
Jackson: Hinter all dem Reichtum steckt im Grunde etwas anderes. Sie haben recht, ich lebe nach außen hin völlig maßlos. Ich wohne zum Beispiel in dem größten Haus des Staates Connecticut, einer Villa mit 18 Schlaf- und 37 Badezimmern, aber ich bin nie zu Hause.
Wirklich nie?
Jackson: Na ja, manchmal bin ich schon zu Hause, aber selbst dann kann ich nur in einem der vielen Betten schlafen. Die anderen brauche ich nicht. Andere Rapper haben wiederum viele Autos, obwohl sie auch immer nur eines fahren können. Aber sie besitzen sie, weil sie diese Autos lange Zeit nur an sich haben vorbeifahren sehen. Sie haben sich vorgestellt, wie es wäre, solche Autos selbst zu haben. Und als sie sich die Autos durch viel harte Arbeit leisten konnten, haben sie sie gekauft. Im Grunde erfüllen wir Rapper uns nur unsere Kinderwünsche. Und ich denke, daß daran nichts Falsches ist.
Aber haben Sie überhaupt Gelegenheit, all das zu genießen? Ihr Terminplan läßt Ihnen wahrscheinlich nur wenig Zeit.
Jackson: Mein Terminplan ist verrückt. Während der Dreharbeiten zu "Get Rich Or Die Tryin'" habe ich nebenher noch selbst bei mehreren Videos Regie geführt, Songs geschrieben, den Soundtrack aufgenommen und für eine große Tournee geprobt. Nur zum Vergleich: Eminem hatte drei Wochen Zeit, um sich auf die Tour vorzubereiten. Aber ich mußte mir meine Show während des Soundchecks ausdenken. Und nachdem Eminem krankheitsbedingt ausfiel, war ich plötzlich der Headliner der Tour und mußte mich über Nacht darauf einstellen.
Sie haben also keine Zeit, sich Ihren Reichtümern zu widmen.
Jackson: Mir reicht es, daß ich weiß, was ich habe.
Sehen Sie sich mehr als Geschäftsmann oder Künstler?
Jackson: Geschäftsmann. Aber ohne meine Arbeit als Künstler wäre ich nie zu dem Geschäftsmann geworden, der ich heute bin.
Sie waren schon immer Geschäftsmann, früher haben Sie Drogen gedealt.
Jackson: Das stimmt.
Wieviel verdient man da eigentlich?
Jackson: Wenig. Wer einer geregelten Arbeit nachgeht, hat mehr.
Wie wird es für sie in Zukunft weitergehen?
Jackson: Ich werde weiter hart arbeiten, um irgendwann einen Gang runterzuschalten. Sehen Sie sich Eminem an. Er hat mich nach Kräften gefördert und ist an meinen Erfolgen auch finanziell beteiligt. Er kann es sich daher leisten, daheim zu bleiben. Bei mir wird es ähnlich sein. Irgendwann bleibe auch ich einfach zu Hause.
Das Gespräch führte Harald Peters
-"Get Rich or die tryin", Kinostart im Januar. Der Soundtrack ist bei Universal erschienen
Rapper 50 Cent
Keine Angst, der will nur spielen
Von Joachim Hentschel
22. März 2005 Der Rapper 50 Cent war früher mal ein Gangster, so wie die Politikerin Claudia Roth früher Dramaturgin am Kindertheater war, Wolfgang Clement Journalist, Otto Schily Anwalt.
Das hat in allen vier Fällen nicht viel mit dem zu tun, womit die Leute jetzt ihr Geld verdienen - der Unterschied ist, daß Otto Schily ungern an frühere Tätigkeiten erinnert wird, während 50 Cent richtig gerne darauf angesprochen wird. Viele seiner jungen Bewunderer glauben ja, daß er noch heute mit der Pistole im New Yorker Stadtteil Queens muffig an der Ecke steht, als der Typ, vor dem uns unsere „Lonely Planet”-Bücher immer gewarnt haben.
Keiner hat ernsthaft Angst vor ihm, aber alle tun so
Nicht aufregen, 50 Cent hätte im Moment gar keine Zeit, um den Kindern Crack zu verkaufen. Der Mann ist nämlich kochend heiß, showbusineßtechnisch gesehen, seit er auf dem zweiten Bildungsweg zum Rapper wurde und den Rat befolgte, der 2003 als Titel auf seiner ersten Platte stand: „Get Rich Or Die Tryin'” - werde reich oder stirb bei dem Versuch.
Sturm auf das MTV-Studio
Man kann das als typisches Bush-Motto sehen, als Relikt aus der Reagan-Ära oder gleich als besonders sinistre Formulierung der ausgeleierten Metapher vom amerikanischen Traum. 50 Cent, bürgerlich Curtis Jackson, 28, hat von dem Album jedenfalls elf Millionen Stück verkauft. Die zweite Platte, „The Massacre”, eben erst erschienen, hat vor wenigen Tagen die Nummer eins der deutschen Charts erreicht, und als er letzten Dienstag live beim Fernsehsender MTV in Berlin war, wurde das Studio von mehreren hundert Nachmittagsschulschwänzern gewaltsam gestürmt.
Rap-Götter unter sich: 50 Cent und Eminem
Was er denn in seiner Freizeit so mache, fragt ein Mädchen ins Mikrophon, als bei MTV Publikumsfragestunde ist. Der gewaltige 50 Cent (vier Leibwächter), der neben seiner Mitsängerin Olivia (ein Leibwächter) auf dem Pop-Sofa knautscht und die ganze Zeit die Vorderzähne bleckt: „Hmm, ich sehe gern fern.”
Schöne Bilder
Das Schönste an den CDs von 50 Cent sind die Bilder. Man versteht ja meistens nicht viel von den Texten, außer daß da irgendwas mit Pistolen passiert und jemand bitte schön mit dem Hintern wackeln soll. Dafür kriegt man eine Art Foto-Comic: Fifty am Küchentisch, wie er das viele Geld zählt, neben sich ein lustiger Haufen Heroin, hinten die Konkubine, die etwas aus dem Kühlschrank holt, im Zweifelsfall wahrscheinlich Bier. Da hört man förmlich die Sitcom-Lacher vom Band.
Hat auch große Fans: 50 Cent mit Madonna
Oder: Fifty als Flaschengeist, der aus der Crack-Pfeife dampft. Fifty, stark vergrößert, wie er mit glänzenden Muskeln einem Bergsee entsteigt. Zeichen einer überraschend beflügelten Künstlerphantasie. Das einzige naturalistische Bild zeigt 50 Cent mit Eminem, dem derzeit einzigen Rap-Gott neben ihm. Eminem hat ihm als großer Förderer vor zwei Jahren den ersten Plattenvertrag verschafft.
Videospiele mit Eminem
Andere Frage aus dem MTV-Studiopublikum: Was er und Eminem beim gemeinsamen Abhängen so machen. 50 Cent, zähnebleckend: „Wir spielen Videospiele. Neulich haben wir mein erstes eigenes Spiel getestet, es kommt im Herbst auf den Markt und heißt ,Bulletproof'.”
Mit Schauspielerin Vivica A. Fox bei den MTV Video Music Awards 2003
Hey, unsympathisch zu sein ist schließlich sein Metier! 50 Cent hat so wenig Liebenswürdiges an sich, daß er ein wunderbares Ziel abgibt für alle, die nie verstehen werden, warum eine so speziell kodierte Musik wie Hip-Hop ein solcher Welterfolg ist. Gewaltlust, Waffenfetischismus, ein vorsintflutliches Frauenbild. Obwohl sein neuer Hit „Candy Shop”, in dem es um das Lutschen besonders sperriger Süßigkeiten geht, nicht viel schlimmer ist als angetrunkener Bar-Small-talk.
Neun echte Kugeln
Penible Experten bestätigen außerdem, daß 50 Cent eigentlich gar nicht richtig rappen kann - der Singsang mit der hängenden Unterlippe kommt von einem Vorfall im April 2000, als Fifty von einem Rivalen neun Kugeln verpaßt bekam. Eine ging in den Kiefer, und allein der Anblick dieser durchlöcherten, verheilten Kinnlade in jedem Video stärkt seinen Ruf bei den Fans als Supermann. Neun echte Kugeln hat sonst keiner überlebt. Es ist ja bekannt, daß Hip-Hop-Künstler die weißen Vorstellungen von schwarzem Getto-Leben gern erfüllen, weil der größte Teil ihrer Plattenkäufer aus der weißen Vorstadtmittelklasse kommt.
Vom ersten Album verkaufte er elf Millionen Stück
Der MTV-Anlasser-Test. Fifty muß Motorengeräusche den richtigen Autos zuordnen, erkennt alle. Sängerin Olivia kann das nicht: „Ich kenne mich gut mit Kleidung aus, er mit Autos.” - „So muß das auch sein!” jubelt die Moderatorin Anastasia. Einen annähernd so sexistischen Satz sagt übrigens keiner der amerikanischen Gäste.
Und, lebst du noch?
Wenn man ein Interview mit 50 Cent macht, fragen hinterher viele: „Und, lebst du noch?” So ein großer, böser Mann, vor dem keiner ernsthaft Angst hat, aber alle tun so. Und 50 Cent plaudert besonders nett, weil er weiß, daß auf der nächsten Platte jedes Schnauben und Bizeps-Fletschen im Vergleich um so schauriger sein wird. Als Kind, erzählt 50 Cent, habe er immer einen kleinen Plastiksoldaten in der Hosentasche mitgenommen - dem sagte er: „Stell dich nicht so an!”, wenn er auf dem Schulweg an furchteinflößenden Hunden vorbeimußte. Als er mit zwölf in den Drogenhandel einstieg, kam gerade die Gruppe Niggaz With Attitude heraus, die ersten Gangster-Rapper, die weltweit Aufsehen erregten und die drei Jahre vor den großen Rassenunruhen in Los Angeles Texte über Polizeirepressalien machten. Gruppenmitglied Ice Cube sagte damals: „Wir sind wie Reporter.”
Sind Gangster das noch heute? „Nur zum Teil”, sagt 50 Cent. „Für die Leute, die sich nicht in dem Milieu bewegen, über das ich erzähle, sind die Geschichten vielleicht neu. Wer dort wohnt, kennt das und fühlt sich wohl dabei, man ist ja dort zu Hause. Journalisten müssen objektiv sein, weil sie Verantwortung tragen, aber ein Rapper fällt natürlich künstlerische Entscheidungen. Ich kenne Leute, die aus meiner Gegend kommen, aber viel softere Musik machen. Man muß ja auch die Ohren offenhalten. Im Rap ändert sich alles so schnell, weil Rap so nah an den Kids dran ist, und die haben nun mal eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne.”
Lebensecht bei den „Simpsons”
Weil auch die Fans mit dem kürzesten Kurzzeitgedächtnis etwas Schönes kriegen sollen, hat 50 Cent gerade seine Rolle in einer „Simpsons”-Folge synchrongesprochen, und man kann vermuten, daß die Zeichentrickinkarnation vielleicht lebensechter wirkt als die Plattenhüllenikonographie, die Airbrush-Muskeln an 50 Cents nacktem Superheldenkörper.
Es war zwar nur ein Gag, aber im Video zu seinem ersten Hit „In Da Club” wurde er tatsächlich wie eine Actionfigur zusammengebastelt, in Weißkitteln beaufsichtigt von seinen Schöpfern Eminem und Dr. Dre, dem Produzentenstar, der 1989 schon bei Niggaz With Attitude dabei war und das Gangsterstereotyp miterfunden hat. In Schnappschußästhetik, auf schlecht ausgeleuchteten Fotos. Von Anfang an ging es um Glaubwürdigkeit oder zumindest darum, sich beim Aufschneiden nicht erwischen zu lassen.
Keiner hat stärkere Bilder
50 Cent ist schlau. Selbst wenn ihm die ironische Distanz, die man aus seinem Umgang mit den alten Traditionen herauslesen kann, selbst nicht bewußt ist, hat doch kein anderer Schurke stärkere Bilder, kein anderer Rap lullt so angenehm ein. Und 50 Cent kennt seine jungen Fans gut genug, um zu wissen, daß sie ihm nur die Übertreibung abnehmen. Daß die künstlerische Entscheidung, sich in ein Riesenspielzeug zu verwandeln, die einzige Möglichkeit ist, um heute als echter Gangster durchzugehen. Als virtueller Super-Pimp, denn in Wirklichkeit ist er ja gar keiner mehr.
In einer seiner lustigsten Textzeilen rappt er, daß er es langsam leid sei, den Leuten immer und immer wieder sagen zu müssen, daß er sie gewaltig in den Arsch treten werde. Ach, soll er doch einfach nur die plastikweißen Zähne blecken. Dann werden die Leute verstehen.
Das neue Album von 50 Cent, „The Massacre”, und die Single „Candy Shop” sind bei Universal erschienen.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 06.08.2006, 18:47
Was ist denn das für ein "nettes " Interview:
„Ich kenne mich gut mit Kleidung aus, er mit Autos.”
Was ist daran sexistisch???
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LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 12.01.2007, 07:19
Politisch nicht interessiert
Sind Sie politisch interessiert?
50 Cent: Nein.
Der Rapper Kanye West kritisierte US-Präsident George W. Bush, weil er die schwarzen Hurrikan-Opfer von New Orleans wie Menschen zweiter Klasse behandelt habe. Stimmen Sie dem zu?
50 Cent: Für Kanye West war es ein großer Publicity-Stunt zur richtigen Zeit, und er erreichte damit viel Aufmerksamkeit. Ich glaube, dass dieses Statement ein Teil seiner Marketingstrategie war, um sich im Gespräch zu halten.
Finden Sie es denn richtig, wie Bush mit der Hurrikan-Katastrophe umging?
50 Cent: Es kommt auf die Perspektive an. Die einen sagen, dass es eine große Tragödie ist. Für andere ist es eine perfekte Chance, sehr viel Geld zu verdienen und etwas aufzubauen. Jemand muss doch dieses Chaos aufräumen. In den schlechten Wohngegenden werden nun neue, schicke, teure Appartement-Anlagen entstehen.
Ihr Lebensmotto „Werde reich“ haben Sie erreicht, haben Sie auch Ziele, die nicht von materieller Art sind?
50 Cent: Nein, denn mein Leben basiert bislang nur auf materiellen Errungenschaften. Ich bin erfolgreicher und reicher, als ich es mir je erträumen konnte. Solange ich keine Beziehung habe oder etwas, was mich davon abhalten würde, voranzukommen, werde ich versuchen, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Das ist eine neue Herausforderung für mich.
Welchen Unterschied macht es für Sie, ob Sie 50 Millionen oder 100 Millionen Dollar besitzen?
50 Cent: Ich will Milliardär werden. Das wäre phänomenal.
Neben Ihrem Erfolg als Rapper, Autor und Filmstar haben Sie ein Videospiel, einen Vertrag mit Reebok und vertreiben auch noch Ihr eigenes Wasser „Formula 50“. Ist Ihre Musik nur noch ein Bruchteil der Marke 50 Cent?
50 Cent: All diese Projekte sind Versuche, meine Fans mehr an mich zu binden und ihnen so viel Informationen über mich zu geben wie möglich. Rap ist sehr aggressiv, und ich zeige mit meiner Musik nur meine harte Seite. In meinem Buch und meinem Film zeige ich die andere, weichere Seite von mir. Wer also kein Hiphop-Fan ist, interessiert sich so vielleicht trotzdem für mich. Die meisten Prominenten verstecken sich doch vor der Öffentlichkeit. Ich zeige den Leuten, wer ich wirklich bin.
Und wie sind Sie wirklich?
50 Cent Aufregend, unberechenbar, verrückt.