Ok, hatte mal eine FanFiction geschrieben... stell sie einfach mal online... vielleicht liest es ja jemand und schreibt Feedback... würd mich sehr freuen.. " border="0"> #
____________________________________
_________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:35
Tragedy
“Ok, dann wollen wir mal gucken, wo wir ihn finden!”, hörte ich Joe sagen.
Ich konnte es noch gar nicht richtig glauben! Ich habe den Job wirklich bekommen. Aber mal von Anfang an. Ich heiße Claire, bin 21 Jahre alt und komme eigentlich aus Providence, aber seid 4 Wochen wohne ich in New York. Ich arbeite in einer Managementagentur und bin eigentlich Eventmanagerin, bis mich mein Chef vor 4 Wochen seinem Chef Joe als Tourmanagerin empfohlen hat. Und heute habe ich den Job wirklich bekommen!!! Ich freue mich ssoooo, da ich dadurch viel unterwegs sein werde! Der Sänger, dessen Tourmanagerin ich jetzt bin, heißt John Sutherland, war früher in einer recht erfolgreichen Band und ist 22! Das ist aber auch schon alles, was ich über ihn weiß, aber ich soll ihn gleich kennen lernen! Also, wenn ich sagen würde, dass ich nicht nervös bin, dann wäre das gelogen. Ich bin schrecklich nervös!!!!!! Jo, war recht nett gewesen und erzählte mir, dass auch John ein echt unkomplizierter war, aber davon will ich mich mal lieber selbst überzeugen! Joe, ist Johns Manager und wir kümmern uns um seine Termine. Jo zog mich durch den Gang irgendeiner Halle in New York.
“Das ist das Tonstudio, wo John gerade sein Album aufnimmt!”
Ich nickte und sah mich um, aber alles was ich sah waren Türen, Türen, Türen! Hallo??? Wie blickt man denn hier durch? Na das kann ja etwas werden ...
“Ok, und hier müsste er eigentlich sein!”, erklärte er, klopfte an und öffnete einer der Türen.
“Hi John! Darf ich dir deine neue Tourmanagerin vorstellen?”, fragte Joe ohne Umschweife.
“Gerne!”, erwiderte John, lächelte mich an und reichte mir die Hand “Ich bin John!”
“Claire!”, antwortete ich.
Er war mir irgendwie sofort sympathisch. Er war ungefähr 1,75 m, hatte dunkle, SEHR kurze Haare und wunderschöne braune Augen.
“So, und von dir darf ich mich dann durch die Gegend jagen lassen?”, sagte er grinsend.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:35
“Sieht so aus!”
“Wie alt bist du denn und wo kommst du her?”, fragte er mich.
“Ich bin 21 und komme von draußen!”
Irritiert sah er mich an. Als er verstand lächelte er und formulierte seine Frage anders.
“Ok, wo wohnst du denn?”
Ich erzählte ein bisschen von mir und er wollte gerade von sich anfangen zu erzählen, als Joe uns unterbrach “Wollt ihr das nicht beim Essen besprechen? Da lernst du gleich mal Johns schlechte Seite kennen. Er liebt nämlich Fast Food, am liebsten Burger!”
“Das ist ja schrecklich!”, sagte ich gespielt entsetzt und fügte mit einem Lächeln! “Ich auch!” hinzu.
Jo sagte dazu gar nichts. Er meinte nur: “ Dann musste du John erst einmal ins Fitnessstudio jagen, damit er wieder fit wird!”
“So unfit sieht er gar nicht aus!” Oh Mist! Hatte ich das jetzt wirklich laut gesagt? Ich versuchte schnell die Situation zu retten: “Aber das werde ich ja noch sehen!” Puh, noch mal gut gerettet.
“Ach ja?”, fragte Joe.
Ich sollte lieber ruhig sein. Ich mache alles nur noch schlimmer, aber zum Glück rette John mich aus der peinlichen Situation und zog mich raus.
“Schnell weg, bevor er noch mehr schlechte Angewohnheiten sagt und dich gleich am ersten Tag in die Flucht schlägt!” Überrascht sah ich ihn an, aber nachfragen konnte ich nicht, da er mich in den nächsten Mc Donalds zog.
“Du hast doch nichts dagegen, oder?”, fragte er mich.
“Fragst du mich das als Tourmanagerin, oder privat?” Privat klang komisch, aber nun hatte ich es schon gesagt!
“Privat. Die andere Antwort kann ich mir auch so denken!”
Wir setzten uns dann mit unserem essen in eine ruhige Ecke und John erzählt von sich, aber nur von seinem Job.
“Und privat?“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:36
Er fing an ohne Punkt und Komma zu reden: Von seiner Familie in Ohio, seiner besten Freundin Jessie, mit der er auch zusammen wohnte, dass er gerne tanzen geht, dann brach er plötzlich ab. “ Ich rede ja wie ein Wasserfall!”
“Kein Problem. Erzähl ruhig weiter!”
“Nein, jetzt bist du dran!”
Überrascht sah ich ihn an. Ich hatte doch schon ein bisschen was erzählt!
“Was sind deine Hobbies? Wo lebst du?”
Ich erzählte ihm, dass ich eigentlich in Providence wohnte, meine Familie in Kalifornien lebt und von meinem besten Freund David, mit dem ich viel unternehme und der auch in New York lebt!
John war echt ein guter Zuhörer und als wir 3 Stunden später den Mc Donalds verließen war es 21 Uhr.
“Pu!”, erschöpft ließ sich John aufs Bett fallen. Es war Ende August, aber für Deutschland ungewöhnlich warm.
“Lief aber doch ganz gut! Also... Fürs Eröffnungskonzert!”, meinte ich und zwinkerte. John sah mich entsetzt an: “Heißt das, es ist noch verbesserungsfähig?”
“Das ist es doch immer, aber es war schon sehr gut!”
Ich ließ mich neben John aufs Bett fallen. Die letzten Wochen, besonders die letzten 2 waren mehr als stressig für uns beide gewesen. John rannte von einen Promotermin zur Tourprobe und ich versuchte alles so gut wie möglich zu planen, damit es keine Probleme geben würde. Was ein Telefonat nach dem anderen bedeutet hatte.
“Ich bin müde! Ich lege mich jetzt schlafen! Gute Nacht ”, sagte ich nach einer weile und stand auf um ihn mein Zimmer zu gehen.
“Gute Nacht!”, rief John mir noch hinterher, bevor ich die Tür hinter mir zu zog!
Die nächsten 14 Tage liefen eigentlich alle gleich ab. Aufstehen, frühstücken, TV- oder Radiotermine, Soundcheck, Konzert, schlafen.
Als Johns Mum uns 5 tage begleitete wurde John um einiges aufgeschlossener. Er redete viel über sich und ich unternahm sehr viel mit ihm und seiner Mum. Johns Mutter wurde zu einer richtig guten Freundin und wir hatten zu 3 super viel Spaß.
Bevor John nach Österreich und in die Schweiz reisen sollte, um dort aufzutreten, flogen wir für eine Woche nach New York zurück.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:36
Aber kaum als ich meine Wohnung betrat, bekam ich ein komisches Gefühl. Es war so ruhig. Und so einsam. John hatte es wirklich in den letzten Wochen sehr gut geschafft, dass ich alles vergessen hatte. Vergessen ist wohl das falsche Wort. Ich habe nicht mehr dran gedacht, aber vergessen werde ich es wohl nie können. Ich zog meine Jacke aus, stellte die Koffer in den Flur und betrat das Wohnzimmer. Als dem Tisch, stand es. Das Foto von Steven und mir., warum musste das so enden?´, ging es mir durch den Kopf. Wir waren so glücklich und hatten doch so viel vor. Ich beschloss schnell unter die Dusche zu gehen, um dann meine Sachen auszupacken. Aber leider war es nicht wirklich Ablenkung....
Kaum öffnete ich am nächsten Morgen die Augen, hätte ich sie am liebsten wieder geschlossen. Ich fühlte mich schrecklich. Ich hatte die Nacht auch kaum geschlafen, somit war es nicht unerwartet. Müde machte ich mich fertig und traf mich am Mittag mit John im Studio. Nachdem ich mich xmal verlaufen hatte, fand ich John endlich.
“Guten Morgen! Ist es nicht schön mal ein paar tage zuhause zu sein?”, begrüßte er mich total Happy.
“Ja, ganz toll!”, sagte ich ironisch und ließ mich auf den nächsten freien Stuhl fallen.
“He, alles Ok?”, fragte John mich liebevoll.
“Ja ja, alles bestens!”
“Also, wenn du reden willst.... Sag Bescheid, Ok?”, fragte er vorsichtig.
Ich sah ihn überrascht an, nickte dann aber. Als John Pause hatten, setzten wir uns in ein kleines Kaffee genau gegenüber. Ich merkte wie John mich ansah. Ich drehte meinen Kopf und sah ihn ebenfalls an.
“Du bist heute aber sehr still!”, flüsterte John schon fast.
“Sei doch froh! Dann hast du endlich mal etwas Ruhe und ich muss dich nicht von einem Termin zum nächsten jagen!”, erwiderte ich und ersuchte zu lächeln.
John ließ sich nicht täuschen und sagte: “Also, mein Angebot steht noch!” Verwirrt sah ich ihn an “Wegen dem reden!”
“Nein danke, John. Ich bin einfach müde, ich habe heute nicht so besonders geschlafen!”, versucht ich mich rauszureden, damit er endlich Ruhe gab.
Er sah mich ernst an und ich merkte, dass er mir nicht glaube, aber er war so klug und merkte, dass ich nicht drüber reden wollte. Dankbar stand ich schließlich auf.
“Lass und weiter machen, dann sind wir schneller fertig!”
“Ok!”, sagte John, nahm unsere Kaffeebecher und schmiss sie weg.
Als ich am Abend nach Hause kam, hatte ich schreckliche Kopfschmerzen. Ich rief Jessi an und sagte unsere Verabredung für heute ab. Ich sah mich in der Wohnung um und überlegte, was ich machen soll. Ich entschied mich schließlich mich ins Bett zulegen. Ich konnte aber lange nicht einschlafen. Mir gingen so viele Sachen durch den Kopf. Mitten in der Nacht schreckte ich aus dem Schlaf hoch. Überrascht, dass ich doch eingeschlafen war, sah ich auf den Wecker.
2.Sept.. 2005 2:48 am
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:37
Müde stand ich auf und ging zum Fenster. Von wegen, New York, die Stadt die niemals schläft. Die Straßen waren so gut wie leer. Ich setzte mich auf die Fensterbank und schaute aus dem Fenster. Ich hätte gerne David angerufen, ließ es dann aber bleiben, da ich ihn nicht wecken wollte. Ich wusste, dass er nicht böse wäre, wenn ich ihn geweckt hätte, aber ich entschied mich dagegen.
Ich stand auf, zog mir Jeans und Pulli an und ging nach draußen. New York bei Nacht ist der Wahnsinn. Ich dachte nicht nach, wohin ich lief, bis ich plötzlich vorm Ground Zero stand. Ich merkte, wie meine Augen feucht wurden. Ich atmete tief durch, ging auf die andere Straßenseite und setzte mich auf den Bordstein. Ich vergaß alles um mich herum, ich dachte an gar nichts mehr. Erschrocken fuhr ich zusammen, als ich ein “Alles Ok, miss” hörte. Verwirrt sah ich auf die Ohr. 4.15 Uhr. Erschrocken über die Uhrzeit murmelte ich ein “Ja, alles Ok!” Der Herr sah mich an und ging dann schließlich. Ich beschloss auch nach hause zu gehen, aber nicht ohne noch einen letzten Blick auf den Ground Zero zu werfen.
“Hi David!”, begrüße John meinen besten Freund, als wir das Restaurant betraten. John, David, Jessi und ich wollten heute ein wenig New York unsicher machen. Eigentlich wollten die anderen es, ich hatte keine Lust dazu. Ich versuchte mir aber nichts anmerken zu lassen. “Hi!”, sagte ich kurz zu John und nachdem wir uns gegenseitig vorstellst hatten, bestellten wir Pizza. Mir wurde schon bei den Gedanken schlecht. Krampfhaft versuchte ich eine Ausrede zu finden, um nach Hause gehen zu können.
“Hi Guys. Sorry, aber mir geht es nicht besonders. Ich würde gerne nach Hause gehen!” Ok, ich gebe zu, es gibt bessere, aber mir fiel auf die Schnelle keine andere ein!
Ich merkte, sie John enttäuscht guckte, oder bildete ich mir das nur wieder ein? Ich bilde mir in letzter zeit einiges ein. Ok, ich war gerne mit John zusammen, er faszinierte mich, aber er es nur Zufall, dass mein Herz jedes Mal schneller schlug, wenn John mich anlächelte??? SCHLU? JETZT! CLAIRE `HÖR AUF!, sagte ich entschlossen zu mir selbst! Du arbeitest mit ihm, nicht mehr und nicht weniger!
“das sehe ich jetzt mal als Ja an!”, hörte ich Jessi sagen. Total verwirrt guckte ich sie an. Ich war mit meinen Gedanken ganz woanders gewesen, sodass ich nicht mitbekomme habe, worum es ging. Sie griff nach meiner hand, zog mich hoch, warf John und David ein ”Bye” zu und zog mich nach draußen.
Ok, wie kommen wir zu deiner Wohnung?”
Irritiert sah ich sie an. Zu meiner Wohnung? Warum, was will sie denn da? Wozu habe ich ja gesagt gehabt?
“Als ich meinte, dass ich dich Gesundpflege meinte ich das Ernst!”
WAS???? Oh nein! Alles was ich wollte war meine Ruhe und keinen Babysitter. Ich versuchte sie umzustimmen, blieb aber erfolglos. Schließlich gab ich auf und wir gingen schweigend zu meiner Wohnung!
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:37
“Ich mache mir Sorgen um Claire!”, begann John, als er mit David alleine war.
“Warum denn?”, fragte David überrascht.
“Sie ist so anders, seid wir hier sind! So still! Sonst ist sie so anders!”
“Wie ist sie denn sonst?”, meinte David grinsend.
“So aufgeschlossen, immer gut gelaunt!”
“Mach dir keine Sorgen. Das ist ganz normal bei ihr!”
Verwundert sah John ihn an.
“Claire hat in der Vergangenheit einiges durchmachen müssen und manchmal kommt es halt einfach wieder hoch!”
“Kann ich sie denn nicht irgendwie ablenken?”
David sah auf und blicke John direkt in die Augen. “Du magst sie, oder?”, fragte David plötzlich.
Erschrocken antwortete John: “Nein! Na ja.. Vielleicht ein bisschen!”
David sah ihn weiterhin an.
“Ok, vielleicht ein bisschen mehr!”, gestand John schließlich.
“Ich glaube nicht, dass es etwas bringen würde!”, sagte David, nach einer Weile.
“Ich habe ja auch nicht vor ihr das zu sagen. Wir arbeiten zusammen und wir verstehen uns super, das will ich nicht kaputt machen!
Verwirrt sah David John an, bis er verstand und lächelte: “Ich meinte nicht deine Gefühle, sondern das mit der Ablenkung!”
John wurde leicht rot. Verlegen sah er zu Boden.
“Keine Angst. Ich sage ihr nichts.”
“Schade, ich würde ihr gerne helfen!”, Erwiderte John.
“John, du warst gerade auch ehrlich zu mir, deswegen erzähle ich dir das, aber sag Claire nicht, dass ich dir das erzählt hab, Ok?”
John nickte.
“Claire hatte auf der Highschool einen Jungen kennengelernt. Die beiden waren einfach füreinander geschaffen. Als Claire 17 war, sind sie zusammen nach New York gezogen. Ich weiß nicht worum es ging, aber die beiden hatten sich schrecklich am Telefon gestritten, als Steven, so hieß der Junge, bei seinen Eltern in Boston war. Er stieg in die nächste Maschine, ich nehme an, um es mit ihr zu klären!”
David machte eine Pause und sah John traurig an: “Es war eine der beiden Maschine, die ins World Trade Center flogen!”
“Oh mein Gott!”, mehr brachte John nicht raus.
“Wenn es auf den 11. Sept. zugeht, wird Claire immer ruhiger. Das ist normal. Sie will dann einfach alleine sein und ihre Ruhe haben. Ist ja auch kein Wunder. Man wird ja überall daran erinnert!”
John sagte gar nichts.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:38
“Was Steven und sie hatten, da war etwas besonderes. Claire erwähnte mal, dass sie vorhatten zu heiraten! Ich denke sie liebt ihn immer noch. Sie kann ihn nicht vergessen. Ihre Wohnung, sieht noch genau aus wie damals. Seine Sachen, die Fotos... Ich habe versucht, sie mit anderen Jungs zu verkuppeln, aber das endete im Drama, da habe ich aufgegeben.”
John sah zum Fenster raus und fragte nach einiger Zeit: “ Macht sie sich Vorwürfe?”
David verstand, was er meinte :” Ja leider! Sie gibt sich die Schuld, dass er gerade in das Flugzeug gestiegen ist. Ich habe wirklich versucht ihr es auszureden, aber ohne Erfolg! Vielleicht denkt sie auch, dass sie nicht mehr glücklich sein darf, weil sie dran Schuld ist. Ich bin zwar ihr bester Freund, aber ich komme da einfach nicht an sie ran. Sie blockt da total ab!”
John sah noch immer nach draußen. Sein Blick war traurig und ging ins Leere.
“Vielleicht schaffst du es ja, ihr zu zeigen, dass es noch andere Männer gibt!”, begann David vorsichtig.
John sah ich überrascht an und fragte: “Es ist doch schon 4 Jahre her und du sagst, dass sie ihn immer noch liebt, was soll ich denn da machen?”
“Ihr zeigen, dass es noch andere Männer gibt!”, wiederholte er.
“Sie hatte in der Zwischenzeit keinen anderen Freund?”
David schüttelte den Kopf :” Nein, sie hat ihr arbeit gemacht, aber sie ging nicht oft weg und wenn, dann ließ sie keinen an sich ran! Ich will dir da nicht reinreden, tut was du für richtig hälst, aber ich würde mich sehr freuen, wenn sie wieder so wäre so früher. Ich würde es ihr gönnen, dass sie mal etwas neues anfängt!”
John schein darüber nachzudenken.
“Wollen wir jetzt noch ein bisschen shoppen gehen, oder hast du keine Lust mehr?”, fragte David ihn schließlich.
“Doch, zum Shoppen habe ich immer Lust!”
Sie bezahlten und gingen dann ein wenig durch New York.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:39
“Wir arbeiten doch zusammen und Steven...!” ich brach ab.
“Du hast wegen ihm ein schlechtes Gewissen, oder?”.
Er hatte ja so recht. Erst bringe ich ihn praktisch um und jetzt verrate ich ihn auch noch.
“Claire, das ist 4 Jahre her. Du bist 22 Jahre, du hast noch dein ganzes Leben vor dir. Willst du jetzt nie wieder jemanden kennenlernen, oder mit ihm zusammen sein. Ok, ihr hattet was besonderes, aber vielleicht findest du ja jemanden anderes. Vielleicht ist das einfach Schicksal. Hör auf damit, dich immer wieder damit zu quälen. Es ist 4 Jahre her. “
“Ich weiß, aber...”
“Nichts aber! Hör auf Claire. DU warst dafür nicht verantwortlich. ER hat die Maschine ausgesucht, ER ist in dieses Flugzeug gestiegen und ER ist dafür verantwortlich. Claire, fang endlich wieder an richtig zu leben!”
“Das versuche ich doch!”
“Was ist denn das für ein Leben. Immer alleine, ohne Liebe, immer mit dem Gedanken im Kopf “Ich habe jemanden umgebracht”?
Ich sah in an. Er hatte ja recht, aber es fiel so schwer.
“Ich denke John ist ein ganz netter Kerl!”, begann David schließlich vorsichtig, als er mich überlegen sah.
“Denke ich auch!”
“Na, das ist ja schon mal ein Anfang!”
“Wie soll ich mich denn John gegenüber verhalten?”
“Claire!”, sagte er und lächelte “Wie immer! Du schaffst das schon! Da vertraue ich dir voll und ganz!”
Daran zweifelte ich, sehr sogar. Aber vielleicht hatte David recht und ich sollte das Kapitel Steven abschließen, oder es zumindest versuchen. Vielleicht sollte ich ein neues anfangen. Eins ohne Steven, ohne diese Vergangenheit. Vielleicht... Mit John?
“Warum ist das nur so schwer?”
David drückte mich ganz fest an sich. “Am Anfang ist alles schwer!”
“Ich versuche es....”
Aber woher soll ich wissen, ob John mich auch mag? Oder soll ich wissen, ob er mehr empfindet als nur Freundschaft? Als sich David verabschiedet hatte stand ich verloren im Wohnzimmer. , Ich muss anfangen loszulassen!´, sagte ich mir und ging in den Keller. Ich schnappte mir 2 leere Kartons und ging wieder nach oben. Ich atmete tief durch und begann Steven Sachen einzupacken. Es kostete soviel Überwindung und ich merkte, wie meine Tränen meine Wangen runterliefen. Schließlich fiel mein Blick auf das Foto. “Sorry!”, sagte ich und legte es zu den anderen Sachen in den Karton.
Danach ging ich duschen. Ich brauchte jetzt ein bisschen Entspannung. Aber kaum stand ich unter der Dusche fiel mir meine Halskette ein. Das silberne Herz hatte Steven mit zu unserem ersten Date geschenkt. Ich weiß noch, wie er es mir umgemacht hatte und wir uns anschließend küssten. Wieder liefen mir Tränen über die Wangen. Nach dem Duschen zog ich die Kette aus und legte sie zu den anderen Sachen von ihm in den Karton. Ich stellte die Sachen weg und zog mich an. Ich fühlte mich so leer.... So unendlich einsam.
Nachdem ich mich beruhigt hatte, ging ich ins Schlafzimmer und packte meine Sachen! Kaum waren die Koffer gepackt, legte ich mich ins Bett und schlief auch sofort ein.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:39
Als wir vor meiner Wohnung angekommen waren, zögerte ich. Ich wäre gerne alleine, aber noch mal darüber diskutieren wollte ich auch nicht. Ich schloss also die Tür auf und ließ Jessi rein. Sie sah sich ein wenig in der Wohnung um. Schließlich beschlossen wir, dass ich mich ins Bett lege und sie mir etwas zu Essen macht. ,Schon wieder Essen?´, dachte ich nur, sagte aber nichts.
“Hier, damit wirst du bestimmt ganz schnell wieder fit!”, sagte sie lieb und reichte mir die Suppe, als sie bei mir angekommen war. Ich wollte nicht unhöflich sein, also nahm ich die Suppe und fing langsam an, etwas zu essen.
“Danke, dass ist wirklich sehr nett von dir, aber ich wäre jetzt wirklich gerne ein bisschen alleine!”
“Kein Problem!”, erwiderte Jessi. Sie nahm ihre Sachen und verschwand dann mit einem “Wenn was ist, ruf mich an!”. Ich stellte die Suppe zur Seite und beschloss mich ein wenig abzulenken. Ich fing also an, meine schmutzige Wäsche in die Waschmaschine zu stecken, stellte sie schließlich an und ging in die Küche. Nachdem ich das schmutzige Geschirr weggeräumt hatte und dort ein wenig gewischt hatte, ging ich ins Wohnzimmer. Ich setzte mich aufs Sofa und sah das Foto von Steven an. “ Ist das wirklich schon 4 Jahre her? Es kommt mir noch so frisch vor. Die Bilder der Flugzeuge, die in die Türme flogen, die Türme, wie sie brannten und schließlich einstürzten. Steven, ich vermisse dich so sehr. Es tut immer noch so weh!” Ich merkte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen. “Warum musstest du auch gerade dieses verdammte Flugzeug nehmen?”, schrie ich das Foto an, aber es gab natürlich keine Antwort. Musste es auch nicht. Ich kannte sie ja. Weil er zu mir wollten um es zu klären. Er vertrug es nicht, wenn wir uns gestritten haben. Ich wollte nicht mehr darüber nachdenken. Ich holte tief Luft und dachte dann an John. Irgendwie ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Er war mein letzter Gedanke, vorm Einschlafen, und der erste beim Aufstehen. Aber das war nicht richtig. Ich hatte doch Steven.... Nur jetzt nicht mehr. Jetzt war ich hier alleine ohne ihn.... Wie sehr wünschte ich mir, dass er hier wäre und mich einfach in den Arm nahm. Warum musste es gerade dieses Flugzeug sein? Warum gerade er? Ich sah nach draußen. Sie Sonne schien. Genau wie damals....
“VERDAMMT!”, sagte ich mir und ging ins Bad. Ich ging zum Waschbecken und stellte das Wasser auf kalt. Nachdem ich es mir einige Mal das Gesicht gewaschen hatte, ging es mir ein bisschen besser. Ich setzte mich aufs Sofa und begann ein wenig fern zu sehen.
4 Tage später
Es klingelte, als ich die Haustür öffnete, kam mir ein fröhliches “Hi” entgegen.
“Hi David”
“Das klang auch schon mal netter. Oh Man, morgen fliegst du schon wieder weg und dann sehe ich dich so lange nicht mehr”, meinte er und machte ein ganz trauriges Gesicht. Ich lächelte und ließ ihn erst mal rein. Schließlich standen wir beide im Wohnzimmer. David sah mich an. “Was ist los Claire?”
Er kannte mich schon so lange, und merkte sofort, wenn etwas nicht stimmte. Manchmal kann das aber sehr nervig sein, vor allem, wenn man wie ich gerade nicht darüber reden will. Ich sah ihn an und seufzte. “Ich habe Angst!”, gestand ich schließlich. Verwundert sah er mich an.
“Warum denn das? So kenne ich dich ja gar nicht!”
“Ich glaube, ich kenne mich selbst auch nicht mehr!”
“Claire, was bedrückt dich so sehr?”
“Ich weiß nicht... Ich... Wie soll ich dir das erklären?”
David kam zu mir und nahm mich in den Arm.
“Ich weiß einfach nicht mehr, was mit mir los ist!”
“Inwiefern?”
“Wegen John.... Also, ich mag ihn. Sogar sehr. Ich bekomme ihn nicht mehr aus dem Kopf”
David begann zu grinsen, was ich nicht mitbekam, da er mich noch immer im Arm hielt.
Ich befreite mich aus seinen Armen und sah ihn an. “Ich weiß, dass ist doof...”; flüsterte ich.
“Warum?”
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:40
Ich hatte ein ganz komisches Gefühl, als ich am nächsten Tag mit John und Joe am Flughafen stand. Es war nicht nur die Unsicherheit John gegenüber. Es war noch etwas anderes. Ich fühlte mich beobachtet.. Schließlich ging ich mit John zu Mc Donalds, während Joe lieber etwas anderes zu essen suchen wollte. Wir saßen da und schwiegen. Ich aß mein Essen und sah nach draußen auf die Landebahn.
“Freust du dich, dass deine Tor jetzt weiter geht?”, fragte ich, als ich die Stille nicht mehr aushielt.
“Ja, aber ich habe es auch genossen, für ein paar Tage zuhause zu sein! Das Gefühl auf der Bühne zu stehen, habe ich aber auch vermisst!”
“Was wärst du eigentlich geworden, wenn du nicht Sänger wärst?”, fragte ich plötzlich.
“Alt und traurig!”, sagte er grinsend.
Ich sah von John wieder nach draußen und blickte den startendem Jumbo hinterher. Dann sah ich wieder zu John. “Ne, im Ernst! Ich meinte von Beruf!”
“Ich weiß nicht! Ich wollte immer Meeresbiologe werden, aber da ich eine Verletzung im Ohr habe, ging es nicht. Dann wollte ich immer Schauspieler werden.”
Ich weiß nicht warum, aber ich guckte zu den Toiletten und mir blieb mein Herz stehen. Ich schaute schnell wieder zu John und dann wieder zu den Toiletten, aber da war keiner. Hatte ich mir das gerade nur eingebildet?
“Claire?”, hörte ich John fragen. Total durcheinander sah ich ihn an und fragte “Was?”
“Was wolltest du denn beruflich machen?”, wiederholte er.
“Ich?”. Ich war noch immer total neben mir uns schaute wieder zu den Toiletten, aber da war nichts. Also fing ich an :” Mmmh... Eigentlich wollte ich immer das machen, was ich gerade tue!”
“Also, am Flughafen bei Mc Donalds sitzen und essen?”, fragte John grinsend, aber ich realisierte gar nicht, dass John anfangen wollte, mich aufzuziehen. Ich schaute wieder zu der Stelle, aber da war niemand. , Ich spinne!´ dachte ich mir. Aber ich hätte es schwören können, dass ich...
“Claire, wo bist du nur in letzter Zeit mit deinen Gedanken!”, riss John mich zurück in die Realität.
Ich sah wieder John an. ”Ich dachte bloß, ich hätte...”, begann ich, brach dann aber ab. Ich würde mich bloß lächerlich machen, wenn ich es erzählen würde. Es WAR ja auch lächerlich.
“Was dachtest du? Claire, was ist los mit dir?”
“Das weiß ich ja selbst nicht so genau!”, antwortete ich ehrlich. Es schien so real gewesen zu sein. Das er wirklich da gewesen war. Oder war es doch nur Wunschdenken? , Claire, begreif endlich, er ist tot, er kommt nicht wieder! Nie wieder!´, versuchte ich mir einzureden, wie schon so oft.
“Was quält dich so?”, harkte John nach.
Ich dachte nach. John war einfühlsam, vielleicht sollte ich es mal versuchen. Langsam fing ich an zu erzählen: “Kennst du das Gefühl, wenn man mal einen schweren Fehler begangen hat und dadurch etwas schlimmes passiert ist? Etwas, was du gerne wieder zurückgängig machen würdest, aber was nicht mehr geht? Und das dich überall hin verfolgt, auch wenn du versuchst es zu vergessen?”
“Viele Leute geben sich die Schuld für etwas, auch wenn sie damit gar nichts zu tun haben!”, versuchte John es vorsichtig. Er wusste, wovon ich sprach.
“Aber ich bin es! Es war alles meine Schuld!”, antwortete ich und begann zu weinen.
“Claire es war nicht deine Schuld, er hatte sich für dieses Flugzeug entschieden!”, rief John und wollte mich in den Arm nehmen, als er merkte, was er gerade gesagt hatte, ließ er es jedoch bleiben. Erschrocken sah er mich an.
“Was? Woher weißt du davon?”, sagte ich wütend.
John aber blieb still.
“Ach, von David. War ja klar, dass er nicht den Mund halten konnte!”, schrie ich aufgebracht.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:40
“Claire, es war doch nicht deine Schuld. Du kannst dir doch nicht die Schuld an dem ganzen geben. Er hätte ja warten können um es mit dir zu klären. Er hätte eine andere Maschine nehmen können. Claire du musst aufhören, dir Vorwürfe zu machen!”
“Was weißt du schon? Gar nichts, also sag mir nicht, was ich zu tun oder zu lassen habe!”, schrie ich ihn aufgebracht an.
Die Leute um sie herum sahen mich verwundert an.
“Claire, beruhige dich!”
“Seid wann weißt du das?”
John begann rumzustottern. “Ich... Also... Als wir.... Dir ging es nicht so gut und ich.... Na ja.... Ich habe mir Sorgen gemacht und... David... Er... Wir.... Ich hatte mir wirklich Sorgen gemacht und David meinte, dass ich es nicht bräuchte und.... Na ja... Irgendwann hatte er es dann erzählt!”
“Ist ja schön, was ich so für “tolle” Freunde habe. Wen hat er es denn noch erzählt?”, schrie ich wieder los.
“Nur mir, aber es ist doch nichts schlimmes dabei. Du musst nur aufhören dir die Schuld zu geben!”
“Was weißt du schon? Weißt du worum es geht? Worüber wir gestritten haben? Was wir noch alles machen wollten? Du weißt doch gar nichts. Du musst ja nicht jeden Tag aufwachen und damit leben! Du stehst auf und eine einzigste Sorge ist es, wie man am besten noch mehr Fans bekommen kann, wie man noch mehr Mädchenherzen brechen kann. Was denkst du? Nur weil sich alle um dich reißen, kannst du anderen Leuten sagen was sie zu tun haben? Aber da denkst du falsch. Ich kann mein eigenes Leben selbst bestimmt, dazu brauche ich keinen, weder dich, noch David, überhaupt keinen!”, brüllte ich ihn an, schnappte meine Sachen und lief zu unserem Gate. Mir liefen die Tränen über sie Wangen, aber das war mir egal, genauso wie es mir egal war, dass ich John gerade sehr unfair gehandelt hatte.
John blickte mir enttäuscht hinterher. So sollte das eigentlich nicht laufen. Warum war mir das mit dem Flugzeug nur rausgerutscht? Sie war gerade dabei es von alleine zu erzählen und jetzt hatte ich es komplett versaut. “Wie soll ich das nur wieder gerade biegen?”, fragte sich John.
Er nahm ebenfalls seine Sachen und ging mir langsam hinterher. Er versuchte verzweifelt eine Lösung zu finden, aber ihm fiel keine ein. Als er am Gate war, suchte er nach mir. Als er mich schließlich am Fenster sitzen sah, ging er zu mir und ließ sich wortlos neben mich in einen Sitz fallen. Schweigend saßen wir da, bis Joe kam.
“Also, ihr habt echt etwas verpasst. Die Taccos sind so lecker!”
Aber keiner sagte etwas. Verwundert sah er von einem zu anderen.
“Hätte ich etwas mitbringen sollen?”, versuchte er es noch mal.
“Ne, danke, das hat schon gereicht!”, sagte ich. Aber der Ton in meiner Stimme verriet, dass ich nicht nur das Essen meinte.
“Was ist denn passiert?”, fragte Joe und setzte sich neben mich.
John sah zu mir, aber ich machte keine Anstallten darauf zu reagieren. Schließlich sagte er vorsichtig:” Ist nicht so wichtig!”
“Warum, weißt Joe es noch nicht? Da habe ich aber Glück!”, meinte ich ironisch.
Überrascht sah Joe John an, aber dieser schüttelte nur den Kopf und sah ihn mit einen Frag-Nicht-Weiter-Blick an. Joe hielt also die Klappe. Schweigend betraten wir, als unser Flug aufgerufen wurde, das Flugzeug und ich setzte mich ans Fenster, während sich Joe neben mich setzte. John setzte sich hinter uns. ,Super, ich habe gleich am ersten Tag alles vermasselt. Wie soll ich ihr denn sagen, dass ich sie so gerne habe, wenn sie nicht mehr mit mir redet? Wie soll ich das nur wieder gut machen?´, fragte sich John.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:41
Der Flug dauerte 7 Stunden, als wir schließlich das Flugzeug verließen. Ich hatte nicht ein Wort mit John geredet .Ich war so sauer, dass ich gar nicht merkte, dass John eigentlich gar nichts dafür konnte. Er hatte sich nur Sorgen um mich gemacht, während David es erzählt hatte. Wir warteten auf unsere Koffer, stiegen schließlich in ein Taxi zum Hotel und verschwanden dann jeder in seine Zimmer. Joe stand auf dem Flur und sagte nur: “Oh je, was ist hier eigentlich los? Ob die sich wohl wieder vertragen”
Es war 3:18 Uhr Nachts, als John aufgab einzuschlafen. Er stand auf. Unschlüssig stand er im Zimmer. “Was soll ich nur machen?”, fragte er sich immer und immer wieder. Am liebsten wäre er zu mir gegangen und hätte mit mir geredet, aber das wäre wohl gerade mehr als ungünstig. Schließlich war es mitten in der Nacht.
Was könnte er also sonst tun? Einen Brief schreiben? , Ne, das ist doch affig!´, schloss ihm durch den Kopf. Er wollte etwas tun um das aus der Welt zu schaffen, aber was? Er mochte mich und es tat ihm weh, dass wir uns so sehr gestritten hatten, dass wir jetzt nicht mehr mit einander redeten. Schließlich entschied er sich dafür David anzurufen. New York war ja schließlich 6 Stunden zurück.
“Hi!”, hörte John jemanden sagen, als es ein paar Mal geklingelt hatte.
“Hi, hier ist John!”, begrüßte er David.
“Hi, wie geht’s? Alles klar bei euch? Wie lief es mit Claire?”, schoss er los.
Er seufzte “Deswegen rufe ich an. Ich habe Mist gebaut!”
“Was? Erzähl!”
“Na ja... Wir waren am Flughafen essen und wir haben geredet. Plötzlich fing sie an von Steven zu erzählen. Na ja.. Sie deutete es an. Ob ich das Gefühl kenne, wenn man einen Fehler gemacht hat und etwas schlimmes passiert wäre und so. Ich meinte, dass man meistens nicht dran Schuld ist, auch wenn man das glaubt, aber sie meinte, dass sie es doch wäre und dann fing sie an zu weinen. Und mir... Na ja... Mir ist dann rausgerutscht, dass er sich selbst für das Flugzeug entscheiden hatte. Es tut mir leid, ich wollte es nicht sagen, wirklich, aber als sie anfing zu weinen, da ist es mir rausgerutscht.
“Scheiße, wie hat sie reagiert?”
“Sie schrie los, woher ich das wisse, das ich ja keine Ahnung habe, mich um meine Sachen kümmern sollte und seitdem redet sie nicht mehr mit mir!”
David schwieg.
“David es tut mir wirklich leid, dass mir das rausgerutscht ist!”
“Ist ja jetzt nicht mehr zu ändern! Lass uns lieber eine Lösung finden, wie wir es wieder gut machen.”
“Aber wie nur?”
“Mmmh, Claire kann sehr stur sein!”, erwiderte David.
John aber hatte eine Idee, auch wenn er sich wohl voll zum Affen machen würde.
“Vielleicht habe ich eine Idee, ich melde mich morgen noch mal !“und eher David noch etwas sagen konnte, hatte er aufgelegt.
John schnappe sich irgendeine Jeans und ein Shirt und ging zu mir.
Er begann an meine Tür zu klopfen....
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:41
Ich lag im Bett und konnte ebenfalls nicht schlafen. Mir gingen so viele Sachen durch den Kopf. Warum hatte ich John nur so angefahren, er wollte nur nett sein und versuchen mir Mut zu machen, aber ich hatte mich total bescheuert aufgeführt. Auf David hätte ich sauer sein müssen, nicht auf John.
“Der hält mich jetzt bestimmt für eine hysterische Zicke. Dabei wollte ich doch alles anderes machen!”, sagte ich sich traurig.
Aber dann dachte ich an den Moment zurück. Hatte ich wirklich Steven gesehen? Aber andererseits hatte ich das schon so oft gedacht. , Ich war so durcheinander, als John das gesagt hatte, da habe ich gar nicht gemerkt, was ich da eigentlich gesagt habe!´, schoss es mir durch den Kopf.
Ich machte das Licht an und sah aus dem Fenster auf die Straße.
“Warum mache ich nur alles falsch?” Ich lehnte mich an den Rahmen und sah die Straße entlang.
Plötzlich klopfte es an der Tür. Erschrocken sah ich auf die Tür. Es war 3:58 Uhr. Ich fragte mich schon, ob ich mir das nur eingebildet hatte, da hörte ich es wieder klopfen. Unsicher ging ich zur Tür und schaute vorsichtig durch den Spion. Das war John! ”Scheiße”, sagte ich, schnappte mir schnell einen Bademantel und öffnete die Tür.
“Tut mir leid, habe ich dich geweckt?”, fragte John, als ich öffnete.
“Normale Menschen schlafen um die Uhrzeit!”, sagte ich kühl, was ich aber sofort bereute.
“Kann ich reinkommen?”, fragte er vorsichtig. Ich öffnete die Tür und ließ ihn rein. Total unsicher stand er im Wohnzimmer und wusste nicht, wo er hingucken sollte. Schließlich schaute er mich an und sagte: “Das mit vorhin, das tut mir wirklich sehr leid. Ich mag dich sehr gerne und ich würde es sehr schade finden, wenn wir uns streiten würden.” Ich sagte nichts.
“Ich wollte mich nicht in deine Sachen einmischen. Du warst so anders, als wir in New York waren und ich hatte mir Sorgen gemacht!” Ich ließ ihn weiter zappeln.
“Ich... Ich wollte dich irgendwie ablenken, da man gesehen hatte, dass dich etwas bedrückte und ich fragte David, was ich machen könnte, aber er meinte, es wäre normal.” John sah zum Fenster und sagte leise: “Ich mag dich wirklich sehr gerne und ich wollte dich nicht so sehen. David hatte mir das dann erklärt.” John machte eine kurze Pause und sprach dann weiter: “Ich weiß, ich hätte mich nicht einmischen sollen. Es tut mir leid...” John stand einfach nur so und schaute weiter hin aus dem Fenster. Er sah traurig aus und man merkte, dass es ihm wirklich leid tat. ,Eigentlich wäre es ja an mir gewesen, dass ich mich hätte entschuldigen müssen!´, dachte ich und ging zu John.
“Das ist echt süß...”, rutschte es mir raus, sagte dann aber schnell: “Nett, ist es echt nett, dass du gekommen bist, aber eigentlich müsste ich mich entschuldigen. Du versuchst mich aufzubauen und ich fahre dich so an. Mir tut es auch leid.”
John strahlte sie an: “Dann bist du nicht mehr sauer?”
“Nein, auf dich bin ich nicht sauer. Ich finde es aber immer noch nicht Ok, dass David es dir erzählt hat!”
“Ich glaube, er hat sich einfach Sorgen gemacht, wie ich...”
“Kann sein!”
“Tut mir leid, dass ich dich geweckt hatte!”, meinte John und sah mich wieder an.
“Also, wenn ich ehrlich bin, konnte ich nicht schlafen!”, sagte ich grinsend.
“Ich auch nicht. Mir ging das immer wieder durch den Kopf!”
“Mir auch!”
John sah mich weiterhin an und ich sah nach draußen. Es war eine merkwürdige Atmosphäre im Zimmer und wir wussten beide nicht so richtig was wir sagen sollten. Schließlich sagte ich: “Ich weiß, es ist 4 Jahre her, aber ich vermisse ihn irgendwie noch immer. Wir kannten uns schon so lange und dann streiten wir uns über eine Kleinigkeit. Ich hätte ihn gerne noch so viel gesagt, dass es mir leid tut, aber... Er kam einfach nicht mehr wieder!” Ich riss mich zusammen und versuchte die Tränen zu unterdrücken.
“Ein guter Freund saß in der Maschine, die ins Pentagon stürzte. Ich war gerade mit B3 in Germany und war im Hotelzimmer, als ich das sah. Ich dachte, wenn ich da gewesen wäre, dann wäre er bei mir gewesen und würde noch leben, aber irgendwann dachte ich das nicht mehr. Es kann soviel passieren und wenn man sich immer die Schuld gibt, dann zerbricht man irgendwann dran. Klar, ich vermiss ihn und er wird immer mein Freund bleiben, aber ich versuche die schönen Erinnerungen in mir zu tragen, nicht die, wie das Pentagon danach aussah. Aber ich weiß auch, dass er für dich mehr war als ein Freund!”
“Ich brauche mal eine Abkühlung! Weißt du, ob die hier ein Schwimmbad haben?”, fragte ich plötzlich.
“Was jetzt?”
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 17:42
“Ich kann eh nicht schlafen. Mir geht so vieles durch den Kopf!”
“Ja, mir auch!”
“Dann komm doch mit!”, hörte ich mich sagen. Erschrocken über mich selbst sah ich John an.
“Klar, warum denn nicht!”
Ich nahm die Karte über das Hotel uns begann zu lesen.
“Ja, haben einen Pool, hat sogar immer auf!”
“Ok, dann kannst du dich ja fertig machen und dann klopfst du bei mir, ist das Ok?”
Ich nickte und weg war John.
Kaum war John in seinem Zimmer und die Tür geschlossen, atmete er einmal tief durch. “Das lief doch schon mal besser!” Schnell kramte er in seinem Koffer nach den Badesachen, schnappte sich ein Handtuch und setzte sich aufs Sofa um auf mich zu warten. 5 Min. später klopfte es und ich stand vor ihm. Zusammen gingen wir zum Pool.
“Oh wow!”, meinte John überrascht.
“Das ist ja der Wahnsinn!” Wir waren im 7. Stock und in das Schwimmbad schien von 3 Seiten durch die Glasfenster die Lichter von draußen, welche sich im Wasser spiegelten. Das Wasser war beleuchtet und schimmerte wunderschön. Die Wände waren mit Meerestieren bemalt und es sah einfach wunderschön aus. Wir standen einen Moment einfach da und ließen den Einblick wirken. Als John schließlich auf eine Liege zu steuerte, fing auch ich an mich wieder zu bewegen. Ich nahm die Liege neben John, ließ das Handtuch fallen und sprang in den Pool. John stand einfach nur da, sein Herz raste wie verrückt und es fühlte sich an, als würde er gleich explodieren.
“Willst du nicht reinkommen?”, fragte ich, als John keine Anstalten machte, mir zu folgen.
John drehte sich um, atmete tief durch, ließ sein Handtuch fallen und sprang zu mir ins Wasser. Er tauchte genau auf mich zu, taucht auf und schubste mich zurück ins Wasser. Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet und wurde untergetaucht. Lang ausgestreckt ließ ich mich von John unter Wasser drücken. Als ich aber nach einiger Zeit nicht hoch kam, zog John mich ängstlich hoch. Ich stand genau vor ihm und sah ihn einfach nur in die Augen. In seine wunderschönen Rehbraunen Augen.
“Wie gerne würde ich sie einfach küssen?”, ging es John durch den Kopf, aber er stand einfach nur da, ohne etwas zu machen. Er merkte, wie sein Herz immer schneller schlug, aber er sah mich einfach nur an. Wie ihm das Wasser übers Gesicht lief und dann vom Kien ins Wasser tropfte. Eher er es überhaupt mitbekam, drückte ich ihn ganz sanft und ängstlich einen Kuss auf die Lippen. Überrascht sah er mich an.
“Sorry...”, sagte ich irritiert, über das, was ich gerade gemacht hatte.
, Habe ich ihn gerade wirklich geküsst? Was ist nur los mit mir, aber egal, was es ist, es ist einfach wunderschön...´, dachte ich und wollte weg schwimmen.
Dann merkte ich, wie Johns Hände um meine Hüften glitten und mich zärtlich zu ihm zog. Als ich zu John aufblicken wollte, spürte ich seine Lippen auf meinen. Der Kuss war von uns mehr als vorsichtig, als würden wir jeder Zeit damit rechnen, dass der andere das beenden würde.
Als John schließlich langsam seinen Kopf zurück zog, sah er mich unsicher an. Wir wussten beide nicht, was wir sagen, oder wie wir reagieren sollten. Schließlich holte ich aus und schlug genau so auf die Wasseroberfläche, das John einiges abbekam. Nachdem wir uns einige Zeit lang nass gespritzt hatten, gingen wir- ohne noch ein Wort über den Kuss zu verlieren- auf unsere Zimmer.
Ok, also ich stelle nachher weiter online...
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:17
Ok, zuerstmal... die folgende Kurzgeschichte ist nicht von mir, aber die hat mich inspiriert die zu schreiben, ist eine meiner Lieblingsgeschichten...
Disclaimer: Hey, Leute! Das ist bloß eine Kurzgeschichte, könnt ihr ruhig lesen ) Ich werde die andere Geschichte trotzdem weiterschreiben, keine Angst, aber ich wollte das mal los werden, weil mir heute irgendwie danach war. Aber You will always be on my mind, schreibe ich auf jeden Fall weiter, denn ich mag die Story eigentlich ganz gerne!!! und bin es meinen Reviewern schuldig )) Doch ich würde mich freuen, wenn ihr die auch kommentiert ))) bitte !!!! *grinsundfleh* ))))
Widmung: Ich widme diese Story den Opfern vom 11.09.01 Ich weiß dass es schon fast ein Jahr her ist, aber ich hatte noch nicht eher die Gelegenheit. Sehen wir es als Todestagspresent. Ich war damals wirklich fertig und meine es jetzt wirklich ernst....
Als ich an diesem Morgen aufstand wusste ich noch nicht, dass nichts wie früher sein sollte. Nein, ich streckte meine Arme und Füße wie jeden Morgen in die Luft, gähnte und lief zum Fenster. Vorsichtig zog ich die Gardinen zur Seite und war sichtlich erstaunt darüber, dass die Sonne in vollen Zügen schien. Sie schien in ihrer ganzen Pracht und erfüllte den Himmel mit roten Schimmern. Als wollte sie uns noch einmal kurz erfreuen bevor das Unfassbare geschehen würde. Nein, an diesem wunderschönen Morgen hätte es niemand geglaubt. Wieso auch? Es wirkte alles so furchtbar unschuldig wie noch nie zuvor, vielleicht hätte uns das stutzig machen sollen, aber das tat es nicht. Es gehörte für uns zum Alltag, es war eine Selbstverständlichkeit, dass die Sonne über New York strahlte am Dienstag, den 11. September 2001...
Der Tag des Terrors - Als die Vögel der Lüfte hinabstürzten
"Guten Morgen, mein Schatz!", begrüßte sie mich. Süß und unwiderstehlich wie immer. Ich gab ihr einen sanften Kuss und wischte ihr den Schlafsand aus den Augen. Obwohl sie schon ihre Haare gemacht hatte, fertig und schick angezogen war, hatte sie doch noch keine Zeit gefunden gehabt, um die Spuren der letzten Nacht zu entfernen. Ich lächelte sie an und sie goss mir eine Tasse Kaffee ein. "Wann musst du los?", fragte ich sie und nahm einen Schluck aus der Tasse. Sie zuckte nur mit den Schultern und meinte: "In einer Viertelstunde!" Ich versuchte gelassen zu bleiben, aber an einem der wenigen Tage im Jahr, die ich frei bekomme muss sie arbeiten. Es fiel mir schwer die Fassung zu wahren. "Wann kommst du wieder?", fragte ich weiter und erstaunlich ruhig. Doch sie musste, die Unruhe trotzdem gemerkt haben. Mitleidig und um Verzeihung flehend blickte sie mich an: "Erst spät...tut mir Leid!", sie senkte den Blick und ich hielt die Kaffeetasse krampfhaft fest. Als wäre sie meine Unterstützung. Doch es half nichts. Die Emotionen der Liebe oder gar Eifersucht machten sich breit und ließen mir keinen Platz mehr vernünftig zu reagieren. "Ich fass es nicht Ally!! Ich habe frei! Bin den ganzen Tag zu Hause! Und du gehst arbeiten? Kannst du dir nicht wenigstens den einen Tag frei nehmen? Bedeute ich dir so wenig?", die letzte Frage hätte ich nicht stellen sollen. Ich wusste, dass sie mich über alles liebte und ich wusste, dass sie es nicht leiden konnte, wenn man das in Frage stellte, aber es war mir so rausgerutscht.
Wütend stand sie auf und blickte auf mich hinab: "Verdammt noch mal es tut mir Leid, aber ich darf mir nicht frei nehmen. Glaubst du denn, ich hätte es nicht versucht? Ich habe mich mit meinem Chef sogar schon angelegt, aber ich kann meinen Job nicht aufs Spiel setzen. Wenn du nämlich nicht hier bist ist er das einzige was ich noch hab...", sie versteckte ihr schönes und zierliches Gesicht hinter ihrer Hand und mir tat es Leid. Wie konnte ich einer so bezaubernden Frau nur weh tun? Ich stellte mich vor sie und nahm sie in die Arme. Da spürte ich ihre Tränen und sah, dass sie vor Schluchzern zitterte. "Psst...", ich versuchte sie zu beruhigen und es gelang. Mit einigen um Verzeihung betenden Küssen verabschiedete ich sie. Nicht wissend, was noch passieren sollte. "Tschüß, Ashley!", meinte sie und lächelte. Ich lächelte und flüsterte: "Tschüß, Alicia!" und ihr war das Antwort genug. Mit gemischten, aber unverdächtigen Gefühlen beobachtete ich wie sie ins Auto stieg und die Einfahrt hinausfuhr. Richtung Manhattan, Richtung World Trade Center.
Leicht betrübt über den einsamen Tag der mir bevorstand lief ich zurück in die Wohnung und zog mir etwas über. Nachdem ich schnell den Tisch abgeräumt hatte fiel mir mein Freund Erik ein. Er wohnte gleich um die Ecke. Ich sollte zu ihm gehen. Sonst wäre der Tag Verschwendung. Wie um Himmels Willen sollte ich wissen, dass ich mir ein paar Stunden später wünschen würde, dass es diesen Tag nie gegeben hätte!?
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:18
Höflich führte sie mich in die Wohnstube auf das Sofa. Anna und Patrick blickten mich unsicher, oder gar verängstigt an. Das Bild von ihrem starken Onkel Ashley schien gebrochen. Aber ich kümmerte mich nicht weiter drum in diesem Moment. Ich bat Amanda die Nachrichten einzuschalten. Ich musste mir ein Bild über die Lage machen. Während mir Amanda einen Tee in die Hand drückte und Erik sich neben mich setzte um mich zu unterstützen blickte ich gebannt auf den Fernseher, auf den brennenden Nordturm. Gott sei Dank, Gott sei Dank, betete ich immer wieder. Amanda war im Südturm. Aber es war widerlich so einen Gedanken zu äußern. Viele Menschen hatten bereits ihr Leben verloren, dass wussten wir alle hundertprozentig genau... Gerade war ich damit beschäftigt mich in Gedanken bei den Menschen zu entschuldigen, als sich ein Flugzeug den Türmen näherte. "Rechts, rechts, rechts!!!!", schrie ich verzweifelt in der Hoffnung, dass ich das Flugzeug telepatisch steuern konnte. Doch es kam näher und näher. Tränen stiegen mir in die Augen: "Um Gottes Willen!", flüsterte ich. Meine Stimme war heißer. Ich schloss die Augen und spürte eine Erschütterung in meinem Herzen, als sich das Geräusch einer Explosion in der Wohnstube breit machte. Ich schlug die Hand vor meinen Mund. Ich wagte es nicht, die Augen wieder zu öffnen. Ich zitterte am ganzen Körper und spürte, dass mir jemand die Tasse Tee aus der Hand nahm. Alle Wärme war gegangen, dachte ich, doch da war sie wieder. Fragend blickte ich auf und öffnete die Augen. Mitleidig blickte mich Erik an und plötzlich glitten Worte über meine Lippen, die ich nie vergessen werde: "Es war kein Unfall, stimmt's?" Erik schüttelte den Kopf und ich sprang auf. "Wo willst du hin?", rief Amanda mir hinterher. Ich drehte mich kurz um: "Ich muss zu Ally!", ich sah wie ihre Blicke sich weiteten und Erik kam auf mich zu. "Du kannst da nicht hin! Das ist viel zu gefährlich!" Wohl wusste ich die Gefahren zu schätzen, aber verdammt noch mal, Ally war in einem der brennenden Türme. Ich musste nicht mehr auf den Fernseher gucken um zu sehen, dass es wirklich den zweiten Turm getroffen hatte. Ich wusste es. "Das ist mir egal. Ich muss zu Ally und ich werde gehen!", ohne ein Wort verließ ich Eriks Wohnung und lief zurück zu Alicias und meinem Haus. Ohne viel Zeit zu verschwenden rannte ich hinein und holte den Autoschlüssel vom Zweitwagen, als ich wieder rauskam stand Erik in der Einfahrt: "Dann will ich aber mitkommen!", meinte er und ging auf das Auto zu. Ich nickte erleichtert und folgte seiner Handlung.
Wir fuhren los. Mit nur einem Ziel vor Augen: Das World Trade Center. Wir hatten Glück. Sie waren dabei die Brooklyn Bridge zu sperren doch irgendwie mogelten wir uns durch. Eriks Blick war die ganze Zeit auf die brennende Skyline von Manhattan gerichtet. Ich konnte einfach nicht hingucken. Erstens, weil ich Autofahren musste und Zweitens, tat mir alles in meinem Herzen weh. Irgendwann kamen wir einfach nicht mehr weiter. Überall Polizei und umherirrende, geschockte Menschen. Wir hielten an und liefen zu Fuß los. Wir waren noch mehr als 500 m, von den Türmen entfernt und konnten trotzdem nur Rauch sehen. Überall Rauch am Himmel und undeutlich die Silhouetten der Zwillingstürme vor Augen. Wir liefen und liefen, aber kamen nicht voran. Polizisten hielten uns schließlich auf. Kein Weg mehr hinein nach Manhattan. Ich schrie vor Verzweiflung. Sie sollten mich durchlassen, meine Frau ist dort drin. Aber sie schüttelten kühl die Köpfe. So kam es mir damals vor, doch sie taten nur ihren Job: "Nein, Sir! Wir werden nicht noch mehr Menschen in den Tod schicken! Wir sind dabei Manhattan zu evakuieren, also werde ich mich hüten sie dort hin zu lassen!", waren die einzigen Antworten dich ich bekam. Aber zufrieden geben wollte sich damit keiner. Wütend und verzweifelte trat ich gegen die Autoreifen des Polizeiautos. Tränen häuften sich in meinem Gesicht, als Erik mich festhielt bevor ich ein weiteres Mal zutrat. "Ashley, lass das! Das bringt nichts!", er führte mich zu einer Bank und drückte mir eine Flasche Wasser in die Hand. Ich wusste nicht warum sie mir ständig, wenn ich nervlich am Ende war was zu Trinken gaben, aber diesmal war ich froh darüber. Mein Hals kam mir vor, als wäre er voller Staub und mir brannte die Kehle. Ich schraubte die Flasche auf und nahm ein paar kleine Schlucke. Dann klingelte mein Handy. Gerade wollte ich das Gespräch wegdrücken, als mir Allys Nummer auf dem Display entgegenleuchtete. Mir fiel ein Stein vom Herzen...
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:18
Unwissend fuhr ich mit dem Fahrrad zu einem Haus ein paar Straßen weiter und klopfte ungeduldig an der Tür. Ein paar Sekunden später stand klein Anna in der Tür und blickte mich mit einem Lächeln und großen Augen an. "Onkel Ashley!", rief sie fröhlich und lief mir mit offenen Armen entgegen. Lachend hob ich sie hoch und Erik erschien vor uns. "Hey Ash, was machst du schon wieder hier?", fragte er mit einer gewissen Art von Ironie. Ich grinste ironisch und verschaffte mir selbstständig Eintritt in sein Haus. "Komm, wir haben uns gestern am Flughafen erst getrennt...", bemerkte er doch ich zahlte keine Achtung. Stattdessen lief ich in die Wohnstube, um Patrick zu begrüßen. Er lag in seinem Laufgitter und erzählte vor sich hin, während er lachte. "Wo ist Amanda? Arbeiten?", fragte ich und setzte Anna ab um ihren kleinen Bruder mal in die Arme zu nehmen. "Nein, sie schläft noch. Ich wollte ihr mal ein bisschen Arbeit mit den Kindern abnehmen, wenn ich schon so oft weg bin. Ich nickte verständnisvoll. Alicia erzählte mir immer, wie fertig Amanda manchmal mit den Nerven war. An Wochenenden hatten wir Anna und Patrick oft zu uns genommen. Waren spazieren gegangen im Central Park, wie eine große Familie. Plötzlich hörte ich ein leises Geräusch, was mich beängstigte. Es war nur leise, aber es klang gespenstig. Ich konnte ahnen, dass es an einer anderen Stelle viel lauter gewesen sein musste. Es klang so sonderbar. Verwundert legte ich Patrick, der mich munter anschaute, in sein Laufgitter zurück. Ich versuchte mich zu konzentrieren, aber konnte nichts mehr hören. Doch dieses Geräusch würde ich nicht mehr vergessen.
Irgendwann nachdem ich 5 min versucht hatte das Geräusch zu ignorieren meinte ich zu Erik: "Schalt mal die Nachrichten an!" Ich habe das nur gesagt, um Ablenkung zu haben, doch es sollte anders kommen, als gedacht. Erik schaltete den Fernseher ein und drückte auf der Fernbedienung herum. Schließlich hielten wir bei einem Nachrichtensender an. Meine Augen weiteten sich in Ungläubigkeit, als ich ein Bild von einem brennenden World Trade Center sah. "Seit wann bringen die Filme auf diesem Sender?", fragte Erik mich plötzlich und ich zuckte mit den Schultern: "Wer weiß...vielleicht eine Kinoneuvorstellung!" Erik nickte, doch wir beide ahnten, dass es stimmte. Wir versuchten das im Schock zu überspielen. Sagten das muss so und so sein und erklärten das Problem für gelöst, obwohl wir ganz tief in uns beide wussten: Nein so heil ist die Welt nicht! Wir wollten es beide einfach nicht akzeptieren. Ich weiß nicht wie lange ich lachend durch die Wohnung gerannt bin und mir was zu trinken geholt habe, aber es war ziemlich lange.
Ich stand das zweite Mal vor einem leeren Glas und öffnete zum zweiten Mal die O-Saft-Packung. Meine Augen waren voller Wahnsinn und Schock auf das Glas gerichtet. Mit einem irren Lächeln goss ich einen Schluck zu Trinken ein. Doch plötzlich fing ich an zu zittern. Mein Hand verschüttete den ganzen O-Saft auf der Arbeitsplatte und Tränen liefen mir übers Gesicht, doch noch immer lächelte ich verrückt. Schließlich setzte ich die Packung ab und blickte eine lange Zeit auf das halbvolle Glas. Ich war verwirrt, das Grinsen verzog sich und die Tränen versperrten mir die Sicht. Hinter mir hörte ich Anna und Patrick lachen und Erik war draußen. Mir war es egal, warum er raus auf die Veranda gegangen war. In mir baute sich plötzlich Wut auf unglaubliche Wut. Und aufeinmal schrie ich laut aus: "ARGH...", ich holte mit meiner Hand aus und in einer Art Trance schlug ich gegen das Glas, was mit einem Lauten Scheppern zu Boden fiel und zerbrach. "AHHHHHH!", schrie ich erneut und schmiss den O-Saft hinterher. Ich atmete hektisch und blickte ungläubig auf die Scherben, die in dem Saft verteilt lagen. Im nächsten Moment spürte ich meine Beine unter mir zusammensacken und fiel weinend auf die Fliesen. Ich weinte und weinte und weinte und merkte kaum, dass um mich herum aufeinmal völlige Ruhe herrschte. Es war kein Lachen mehr der Kinder zu hören. Nichts. Doch dann fühlte ich Arme, die sich auf meinen Schultern niederließen. Erschrocken drehte ich mich um und sah Amanda, die mich anlächelte: "Ich hab's gerade im Fernsehen gesehen!" ich nickte und es waren keine Worte mehr nötig. Amanda wusste, warum ich weinte. Sie wusste, dass Alicia im World Trade Center arbeite und sie wusste, dass große Gefahr bestand. Es war keiner Worte mehr nötig.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:19
"Ally!!!", rief ich froh in das Telefon und wusste wie so oft nicht, was mich erwarten würde. "Hey...", sie hustete, "...Ash!" Ich lächelte. Sie musste in Sicherheit sein. "Ich...wollte...", mir blieb keine Zeit zu antworten, sie redete weiter: "Ich...wollte...dir nur sagen, wie sehr ich dich....wie sehr ich dich liebe!", Was? Ich blickte ungläubig umher. Vielleicht war es der Schock und sie war einfach nur Dankbar, dass sie mit mir reden konnte. "Was? Wo bist du?", fragte ich und wartete ungeduldig auf eine Antwort. Plötzlich wurde mir klar, was das für Geräuschkulissen im Hintergrund waren. Schreiende, verzweifelte Menschen. Sie schrieen um ihr Leben. Verdammt wo war sie? "Ich...ich bin in meinem Büro!" Nein, nein, nein, nein....gottverdammter, fluchte ich und mir wäre fast das Telefon aus der Hand gefallen. Das durfte einfach nicht sein...um Gottes Willen. Allys Büro befand sich im 93. Stock. Nein, ich spürte noch mehr Tränen. "Ally, bitte sag mir, dass das nicht wahr ist! Bitte Ally!", flehte ich und lief die Straße auf und ab. "Nein Ashley! Ich bin in meinem Büro! Ich hab Angst Ashley, ich hab Angst um euch!" Ich schüttelte energisch den Kopf. "Warum?" "Weil ihr bestimmt ohne mich in Zukunft auskommen müsst!" Ich traute meinen Ohren nicht. Das konnte sie einfach nicht gesagt haben: "Sag so was nicht, Ally! Lauf los....lauf endlich los!", schrie ich sie an, doch mir kam ein von Tränen zerrissenes Nein entgegen: "Die Fahrstühle funktionieren nicht, Ashley. Alle Treppenaufgänge sind versperrt...ich wollte dir nur Lebwohl sagen...mich entschuldigen..." "Für was um Himmels Willen willst du dich entschuldigen?", fragte ich sie und die Tränen wurden stärker. Ich ahnte, was bald geschehen würde. Ich ahnte, dass es unsere letzten Worte sein würden. "...dafür, dass ich heute nicht frei genommen habe!" Ich hörte ihre verzweifelten Schluchzer. "Nein, dafür brauchst du dich nicht entschuldigen...bitte nicht...ich hätte dich nicht drum beten sollen...", ich hielt an. Ich hatte keine Kraft mehr zum Laufen. "Doch, Ashley...ich würde wohl noch etwas länger bei euch sein, wenn ich auf dich gehört hätte! Ich bitte dich, nimm keinen Job in einem Hochhaus an!" Ich fasste das nicht. In dieser Situation hatte sie noch immer Zeit für Humor, aber wahrscheinlich war es die Angst die sie dazu trieb... "Ashley bitte, sag mit mir das Vater Unser auf, bitte..." Ohne zu zögern begann ich:
"Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser täglich Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen..."
Ihre Stimme war zittrig, doch voller Hoffnung und Zufriedenheit. Gott, möchte das hier bestimmen, aber er gibt uns Kraft. Ich schloss die Augen und sah Ally vor mir. Ihre zauberhaftes Lächeln und ihr strahlenden blauen Augen blickten mich an, liebten mich. Ihr rotbraunes, gelocktes Haar fiel ihr offen über die Schultern. Ihre zarte weiße Haut. Ihre Grübchen beim Lachen, ihr roten weichen Lippen, die ich unbedingt noch einmal küssen wollte.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:19
Mir liefen die Tränen über die Wangen. Ich blickte vom Bildschirm weg. Wie gut konnte ich mir vorstellen, was in diesem Ashley vor sich ging. Was er in diesem Moment durchmachte und ich wünschte mir, dass ich auch noch einmal mit Steven hätte reden können. Ihn einfach nur sagen, wie sehr ich ihn geliebt hatte. ,Moment! Wieso hatte?´, schoss es mir durch den Kopf. Da war John und dieses Gefühl für ihn, war es das selbe, wie bei Steven? Dieses Gefühl, des Grenzenlosens Vertrauen... Das Gefühl der ewigen Verbundenheit. Ich wusste es nicht und schaute schließlich wieder auf den Monitor um weiter zu lesen:
"Ich liebe euch, Ashley, ich liebe dich! Ich werde dich immer lieben und vergiss mich nicht!" Ich schluckte, wie könnte ich sie je vergessen. "Nein, ich werde dich nie vergessen! Ich liebe dich von ganzen Herzen, ich liebe dich...", man konnte es durch die Tränen kaum noch hören, aber ich musste es sagen. Sie sollte es wissen. Sie musste es wissen. Schluchzer durchfuhren mich und ich wusste, gleich ist es vorbei... "Gott sei mit euch!", flüsterte sie und dann gab es eine laute Explosion. Kraftlos blickte ich leicht hinter mich. Emotionslos nahm ich wahr, dass der Südturm einstürzte. In Schock blickte ich in die andere Richtung, dass Handy noch immer an meinem Ohr. Und plötzlich überkam mich die traurige Wahrheit: "ALLY!!!!!!"; schrie ich so laut ich konnte. "ALLY!!!", immer wieder schrie ich nach ihr, sie musste mir einfach antworten. "ALLY!", rief ich erneut bevor ich erschöpft an einem fremden Auto hinunter glitt. Ich stützte mit meiner Hand meinen Kopf, während ich mit der anderen noch immer ganz fest das Handy an mein Ohr drückte, um jeden Laut von Leben wahrzunehmen. "NEIN!!!!", rief ich unter Schluchzern und Tränen, als ich langsam die Wahrheit realisierte. Ich wippte vor und zurück und ließ mich schließlich gegen das Auto fallen und hielt meine Knie fest: "NEIN ALLY! NEIN! ANTWORTE! BITTE ALLY!!! TU MIR DAS NICHT AN!!! ALLYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYYY!", es war aus. Ally war nicht mehr da. So viel Tränen wie irgendwie möglich übermannten mich. Verzweifelte Schreie, nach ihr, nach der Liebe meines Lebens. "ALLY!" Es ging mir nicht in den Kopf. Wo war sie? Sie musste Leben! Natürlich sie lebte noch. Ich richtete mich auf meine Knie auf und blickte gen Himmel, der nur von Rauch bedeckt war. "ALLYYYYYYYYYYY!", dann wurde alles schwarz um mich herum.
...
"Ja, Ally...so war das! Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich es dir erst jetzt erzähle, aber ich hab vorher einfach noch nicht den Mut gehabt, dir zu sagen, was für ein Weichei ich war. Doch du kannst beruhigt sein. Gott ist mit uns!", ich blickte auf und suchte meine kleine Tamara zwischen den Bäumen. Da war sie. Rannte über die Wiesen durch den Regen. Ganz naiv. "Tamara, komm mal her!", rief ich und Tamara stoppte. Im nächsten Moment kam sie lachend auf mich zugerannt und fiel mir in die Arme. Ich lächelte und blickte vor mich: "Sie ist groß geworden, unsere kleine Tamara! Nicht wahr? Ein kleines prächtiges Mädchen, dass dir wie aus dem Gesicht geschnitten ist...", ich schaute runter zu Tamara und Tränen stiegen in mir auf, als sich die Ähnlichkeit der Beiden bestätigte. Sie blickte mich fragend an: "Daddy?" Ich nickte, doch sagte nichts. Sondern schloss die Augen, als eine Träne von mir zu Boden fiel. "Daddy?", fragte sie erneut und ich seufzte. Ich atmete tief durch und sah Tamara in die Augen: "Ja?" Sie lächelte: "Ich bin sicher, Mommy geht's gut!" Mich hielt nichts mehr. Ich kniete mich vor Tamara und nahm sie fest in die Arme. Die Tränen waren nicht mehr aufzuhalten: "Oh ja, Tammy! Mommy geht's gut. Ganz bestimmt!", meinte ich immer wieder und hoffte ganz fest daran. "Danke, mein Schatz!", sagte ich schließlich, als die Tränen nachließen und küsste Tamara dankbar auf die Stirn. Liebevoll hob ich sie hoch und blickte wieder nach vorn.
Der Regen prasselte unaufhörlich auf die Erde und durchnässte meine und Tamaras Sachen, aber es war kein Regen. Es waren Tränen, die der Himmel für uns weinte. Ich glaubte auch Tamara wusste das. Sie folgte meinen Blicken. "Es war ungerecht, wie du von uns genommen wurdest, Ally, aber ich hoffe ganz stark, dass es dir gut geht! Ich werde jetzt gehen, sonst wird unsere Tochter noch krank, aber ich komme morgen wieder! Keine Angst, versprochen!" Ich griff in meine Manteltasche und holte eine einzelne rote Rose heraus. Vorsichtig küsste ich ihre Blüten und legte sie nieder: "Ich liebe dich, Ally!", mit diesen Worten drückte ich Tamara näher an mich heran und drehte mich um, um den vom Regen aufgeweichten Fußweg entlang zu gehen. Ich lief über eine Straße und erblickte schon meine Freunde. Mit einem Lächeln und neuen Mut lief ich ihnen entgegen und setzte Tamara schließlich ab. "Hey, Ash, lass uns nach Hause fahren!", meinte Erik und ich nickte. Doch bevor ich ins Auto einstieg umarmte ich sie. Umarmte Cathy. "Es ist alles gut!", flüsterte sie und gab mit einen zärtlichen Kuss auf den Mund. Ich nickte.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:20
"Komm Schatz, steig ins Auto ein!", forderte Cathy Tamara auf und packte sie in den Kindersitz. Sie setzte sich neben sie und schloss die Tür. Erik setzte sich ans Steuer und ich blieb allein im Regen stehen. Mein Blick war auf den Weg gewendet, den ich gerade mit Tamara hinuntergelaufen war.
Der 11. September 2001 ist nun schon über 4 Jahre her, aber vergessen hat ihn keiner. Nein, an diesem Tag wurde das World Trade Center zerstört, das Pentagon wurde angegriffen und ein Flugzeug ist bei Shanksville abgestürzte. Mehrere tausend Menschen gaben ihr Leben, wegen einem Streit zwischen Religionen. So etwas ist nicht nachvollziehbar. Viele dieser Leute waren unterwegs zu ihren Familien und wussten nicht, dass sie sie nie wieder sehen würden. Ich habe in den Nachrichten oft Leute gesehen, die gesagt haben, dass sie noch einen Anruf erhielten. Anrufe von den Leuten, die heute nicht mehr leben. Außer Erik, weiß keiner, dass ich mit Ally noch mal reden durfte. Ich danke Gott noch heute für seine Gnade. Ich hatte Ally bis zu letzt gehört. Konnte mich von ihr verabschieden. Nicht viele hatten diese Chance.
Ich blickte auf und sah den dunklen Himmel, der noch immer seine Tränen vergoss.
Nein, ich werde diesen 11. September nicht vergessen an dem Amerika angegriffen wurde, Leute auf der ganzen Welt weinten, die Nachrichten heiß liefen, die Wahrzeichen New Yorks brannten, einstürzten, Amerika verletzlich wurde, Amerika stärker wurde, die Solidarität ihre wirkliche Bedeutung erhielt, meine Frau mit 22 Jahren aus dem Leben gerissen wurde...
Ich atmete noch einmal tief durch und warf einen letzten Blick auf den Weg. Dann stieg ich in das Auto ein und wir fuhren los. Fuhren weg von diesem Ort, fuhren weg von der Rose, die ich auf ein Grab gelegt hatte. Sie lag am Sockel des Grabsteines auf dem stand:
Gone, but not forgotten
Alicia Viviane Angel
12/13/1979
-
09/11/2001
Beloved daughter, wife
And friend!
Es ist komisch, wie unfair die Welt doch zu jedem sein kann. Doch zwei Dinge haben wir alle gemeinsam: Wir dürfen leben und müssen sterben.
Ok, jetzt war es ganz um mich geschehen. Ich weinte los und mir war alles egal. Ich weiß nicht wie lange ich so da saß und einfach vor mich hin weinte, aber es war ganz schön lange. Als ich mich schließlich wieder einigermaßen beruhig hatte, stand ich auf und ging ins Bad. Meine Augen waren feuerrot und geschwollen und ich hielt mein Gesicht unters Wasser. Als ich es abtrocknete und dann zurück ging sah ich auf den Pc. Immer und immer wieder las ich:
Gone, but not forgotten
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:20
Ich weiß nicht, was in diesem Moment mit mir geschehen war, aber ich wusste eines ganz genau : MEIN HERZ GEHÖRT JOHN! Ich dachte daran, dass es auch dieser Ash geschafft hatte. Die Tatsache, dass es nur eine Story war, vergaß ich. Vielleicht war es genau diese Story, die ich jetzt gebraucht hatte. Ich schaute auf die Uhr. 8:58 Uhr.
Scheiße, um 9.30 Uhr wollten wir uns zum Frühstück treffen. Schnell machte ich mich fertig, zog mich um, versuchte die Weinspuren irgendwie zu überschminken und rannte zum Frühstückssaal. Unterwegs aber kamen Sorgen hoch. , Wie soll ich mich verhalten? So tun als hätten wir uns nie geküsst? Als wäre die letzte Nacht nicht geschehen? Nur ein schöner Traum gewesen?´
Unsicher blieb ich vor dem Restaurant stehen. , Und nun?´, dachte ich mir.
Ich sah auf die Uhr 9:35 Uhr. Ich stand da und wusste nicht, was ich machen sollte.
„Sorry, dass du warten musstest, aber John war noch nicht fertig, als ich ihn abholen wollte!“, hörte ich hinter mir jemanden sagen.
Ich drehte mich um und sah John und Joe hinter mir stehen.
„Hättest ruhig schon reingehen können!“, hörte ich Joe sagen, aber nur so nebenbei. Ich sah zu John. Man sah ihm an, das auch er sich nicht sehr wohl fühlte. Unsicher sah er mich an und ich sah ihn unsicher an. Als ich nichts sagte, meinte Joe:“ Ich weiß nicht, was am Flughafen war, aber ich finde, ihr solltet wieder mit einander reden! Und wenn es nur beruflich ist!“
Ich nickte und John auch.
„Na, ist ja schon mal ein Fortschritt!“, grinste er und fügte hinzu: „Dann lass uns etwas essen gehen! Ich habe Hunger!“
Wir gingen ihm schweigend hinterher und setzte uns schließlich an irgendeinen Tisch. Wir bestellten uns etwas zu trinken und Joe stand dann auf, um sich etwas zu Essen zu holen. Als John aufstehen wollte, begann ich schnell: „John, wegen gestern...“ John sah mich erwartend an. ,Was soll ich sagen?´, schoss es mir durch den Kopf.
Schließlich flüsterte ich leise und vorsichtig: „Ich fand das gestern sehr schön!“
Mehr sagte ich nicht. Ich ließ offen, was ich damit meinte und überließ John darauf zu antworten, aber alles was er sagte war „Ich auch!“ Ich war kein Stück weiter. Ich traute mich nicht ihm zu sagen, dass es etwas für ihm entfinde, schließlich war ich seine Managerin. „Was genau meinst du denn?“, fragte ich vorsichtig nach.
„Den Abend, oder mehr die Nacht!“ Wir bewegten uns im Kreis. Plötzlich fragte mich John direkt ins Gesicht: „Hat dir der Kuss etwas bedeutet?“ Ich verstand John kaum, da es kaum mehr ein flüstern war, so leise sprach er. Ich dachte nach, was ich sagen sollte, schließlich entschied ich mich für die Wahrheit und antwortete: „Ja, irgendwas schon, ich habe dich gerne, vielleicht auch mehr als nur gerne, aber ich brauche einfach ein bisschen Zeit darüber nachzudenken.“ John sah vom Boden auf und lächelte mich an. „Und hat er dir etwas bedeutet?“ John nickte und sagte „Sehr viel!“
„Ähm.. Wollt ihr nichts essen.. Die räumen bald alles weg.“, unterbrach uns Joe, der gerade kam.
„Doch!“, sagten John und ich gleichzeitig und stürzten zum Büffet. Joe verstand gar nichts mehr., Hauptsache sie gehen wieder normal miteinander um!´, dachte er sich.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:21
Der restliche Tag verlief ganz normal. John hatte Interviews und am Abend gab er ein Konzert. Es war kurz nach 0 Uhr, als wir das Hotel wieder betraten.
„Ok, also, dann bis morgen um 9.30 Uhr bei Frühstücken!“, verabschiedete sich Joe.
John und ich standen in der Empfangshalle und sahen uns an.
„Na ja.. Also ich...“, begann John, aber ich unterbrach ihn: „Bist du schon sehr müde?“ John schüttelte nur den Kopf und fragte „Warum?“
„Na ja.... Vielleicht könnten wir ja... Also, wenn die eine Bar haben... Und du Lust hast... Könnten wir ja.... Etwas trinken gehen!“, stotterte ich mir einen ab.
John lächelte und sagte „Sehr gerne!“
Ich war überrascht über mich selbst. Heute morgen sagte ich noch, ich brauche ein bisschen Zeit und jetzt frage ich ihn, ob er etwas mit mir trinken geht, aber andererseits wollte ich ihn ja nicht gleich heiraten, nur etwas mit ihm trinken gehen.
Ich war unsicher, als wir die Bar betraten, ich war schon so lange nicht mehr aus, und das ich John gerne mochte und fast alleine mit ihm in der Bar saß, entspannte mich auch nicht gerade.
„Und zufrieden?“, fragte er mich, als wir uns gesetzt hatten.
„Ja, ist doch eine ganz nette Bar!“
John lachte und sagte: „Ich meinte eigentlich meinen Auftritt heute!“
„Ach so... Ja, den fand ich auch ganz nett!“, sagte ich und lächelte zurück.
Dann kam ein Kellner und fragte uns, was wir trinken möchten. Ich entschied mich für eine Cola, John für einen Fruchtcocktail.
Wir unterhielten und ganz schön lange. Er erzählte, über seine Schulzeit, wie sehr er sie gehasst hatte, wie er nach New York gezogen ist und ich ein bisschen was von meiner Jugend. Es machte Spaß sich mit John zu unterhalten und es war super angenehm.
„Oh scheiße!“, sagte John plötzlich.
„Was ist denn?“
„Es ist nach 3 Uhr und ich wollte noch meine Mum anrufen.“
„Dann lass uns gehen. Ich kann dann wenigstens noch ein bisschen schlafen, bevor es morgen Mittag weitergeht!“
„Du bist dann aber nicht sauer, oder? Ich fand nämlich, dass das ein sehr schöner Abend war!“
„Ne, ich bin nicht sauer. Ich fand den auch sehr schön!“
Ich weigerte mich zwar, aber John bestand drauf, die Getränke zu bezahlen. Schließlich gab ich auf und ließ ihn bezahlen. Wir gingen dann zu den Fahrstühlen und fuhren in unserer Stockwerk. Als wir schließlich vor meiner Tür standen, wollte ich irgendwie nicht gehen. Ich würde ihn so gerne noch mal küssen... Ich sah John an, aber er sagte nur: „Dann gute Nacht! Bis morgen!“
„Ja, bis morgen. Dir auch gute Nacht!“, erwiderte ich.
John drehte sich um und ging zu seinem Zimmer zurück.
„John, warte!“, hörte ich mich rufen. , Scheiße! Was soll ich jetzt sagen?´, schoss es mir durch den Kopf. Ich hätte ihn so gerne noch mal geküsste und mich von ihm in den Arm nehmen lassen, aber stattdessen sagte ich „Grüße deine Mum ganz lieb von mir!“
Dann verschwand er mit einem „Werde ich machen“ in seinem Zimmer. Ich schloss die Tür auf und ging in mein Zimmer. Ich machte mich fertig und legte mich dann ins Bett.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:21
Ich wusste nicht warum, aber als ich am nächsten Morgen aufwachte, hätte ich mich am liebsten wieder umgedreht und weiter geschlafen, aber als ich auf die Uhr sah, ließ ich es bleiben und stand schon mal auf. In 12 Min. würde der Wecker eh klingeln.
Ich ging zum Fenster und sah auf die Straße. Gleich 8:30 Uhr und draußen auf der Straße war ganz schön etwas los.
, Was würde ich jetzt machen, wenn Steven da wäre?´, schoss ich mir plötzlich durch den Kopf. Warum ging er mir denn einfach nicht aus dem Kopf???
, Ob wir schon eine Familie hätten?´ Ich beobachtete eine Frau mit 2 Kindern, die sich an einem Zeitungsstand stritten. Es sah so aus, als wollten die Kinder etwas, aber die Mutter war dagegen.
Steven und ich wollten immer zusammen eine Familie haben... Bis.. Na ja.... Bis das eben passiert ist. Irgendwann mal ein kleines Häuschen mit Kindern. Und nun stand ich hier und arbeitete mit John. Nicht das es schlimm war, aber ich erinnerte mich an ein 2 tätiges Praktikum, eigentlich war es kein Praktikum, sondern ich hatte einer Freundin ausgeholfen, die damals im Kindergarten gearbeitet hatte. Steven war mit und wir hatten uns um 15 Kinder gekümmert. Ich weiß noch, wie er so ein Mädchen auf dem Arm hatte und auf eine Rutsche setzte und sagte „Das könnte ich von mir aus bis an mein Lebensende machen, aber mit unseren Kindern, wäre es noch schöner!“ Scheiße, warum muss ich nur immer wieder an ihn denken? Ich merkte, wie mir wieder eine Träne über die Wangen lief und versuchte an John zu denken. Ich mochte ihn, aber... Selbst wenn sich da etwas aufbauen würde, wäre es fair, wenn ich trotzdem immer noch an Steven denken musste? Werde ich ihn jemals aus meinen Gedanken verdrängen können? Offen für jemand anderes sein? Ohne sie zu vergleichen?
Auf einmal begann es zu piepen und erschrocken fuhr ich zusammen. Ich realisierte erst ein bisschen später, dass es der Wecker war, also ging ich hin und stellte ihn ab. Ich sah wieder zu der Frau mit den Kindern, die noch immer am Zeitungsstand stand, aber sie nahm gerade 2 Schokoriegel und reichte die den Kindern. Wenigstens hatte der Morgen für die beiden ein Happy End, dachte ich, bevor ich ins Bad ging, um mich fertig zu machen. Ich konnte ja nicht ahnen, was noch kommen würde!!!
Ich stand um kurz vor halb 10 beim Restaurant, als ich John und Joe die Treppe runterkommen sah.
„Sind wir denn nicht einmal eher da, als du?“, scherzte Joe.
„Tja, früher aufstehen!“, konterte ich.
Wir setzten uns an einen Tisch und frühstückten. Wir waren viel am lachen, und ich genoss es einfach.
„Ok, also, was steht heute an?“, fragte John.
„Also, bevor wir das klären, gehe ich mal schnell auf Toilette!“
Ich stand auf und ging durchs Restaurant zu den Toiletten. Kaum hatte ich diese betreten und die Tür geschlossen, als ich merkte, wie mir jemand von hinten den Mund zu hielt. In mir stieg die Panik hoch, aber ich versuchte es zu unterdrücken.
„Claire, hab keine Angst. Ich bins!“
Ich kannte die Stimme irgendwoher, aber ich wusste sie so schnell nicht einzuordnen. Zu viel Zeit war in der Zwischenzeit vergangen. Ich merkte, wie die Hände sich von meinem Mund lösten. Ängstlich und ganz vorsichtig drehte ich mich rum und in dem Moment setzte mein Herz für einen Moment aus. , Das kann nicht sein! Ich sehe Gespenster!´, dachte ich. Ich brachte kein einzigstes Wort heraus. Mein Hals war plötzlich so trocken, meine Beine so weich und mein Herz fühlte sich an, als würde es nicht mehr schlagen. Ich fühlte mich wie in Trance! Ich starrte einfach nur gerade aus, auf IHN! ER stand vor mir, oder glaube ich das wieder nur? Spinne ich? Ich traute meinen Augen schon lange nicht mehr, was das betraf.
„Du trägst das Herz nicht mehr!“, hörte ich jemanden sagen und dachte: , Ich glaube mein Herz schlägt auch nicht mehr!´ Ich nahm meine Hand und fuhr meinen Hals entlang. Ich versuchte meine Stimme wieder zu finden und fragte vorsichtig : „Steven?“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:22
Er sah mich traurig an. Ich wusste gar nichts mehr. Ich hatte keine Ahnung, was ich fühlte, was ich für ihn fühlte. Ich war nur noch durcheinander! Es liefen immer mehr Tränen über meine Wangen. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Steven wollte mich in den Arm nehmen, aber ich ging einen Schritt zur Seite, sodass es nicht mehr möglich war.
„Hast du einen anderen?“, fragte er mich.
Hatte ich das? Ich meine, da war John. Ich mochte ihn mehr als nur gerne, aber da war NOCH nichts. Ich schüttelte also den Kopf!
„Warum trägst du das Herz nicht mehr?“, fragte er vorwurfsvoll.
„Sag mal, was erwartest du denn von mir? Das ich mein Leben lang in der Vergangenheit leben soll?“, fragte ich ihn. Da fiel mir aber ein, dass es genau das war, das David mir immer vorgeworfen hat, das ich es tun würde.
„Was meinst du?“
„Das ich gerade wieder angefangen habe, richtig zu leben!“
„Ach, und mit mir hast du das nicht, oder wie?“, feuchte er mich an. ,Warum muss ich mich eigentlich rechtfertigen. Ich hatte doch nur versucht weiter zu leben- klar zu kommen? Und das war schon verdammt hart!´
Als ich mich zu John und Joe an den Tisch setzte, sahen sie mich ein wenig überrascht an!
„Geht es dir nicht gut?“, fragte John.
„Mir ist nur ein wenig schlecht“, versuchte ich das Thema abzuharken.
„Sicher?“
„Ja! Also, was steht heute an?“, versuchte ich das Thema zu wechseln.
„Also, wir fahren in einer Stunde los in die nächste Stadt und dann geht’s zum nächsten Fotoshooting für eine Zeitschrift.“, erklärte Joe.
Ich griff nach meinem Glas mit Wasser, aber ich merkte, wie ich zitterte, als ich es hochhob. John sah es ebenfalls.
„Ist wirklich alles Ok, Claire?“
Ich nickte.
„Ok, dann muss ich noch meine Sachen packen! Also, dann treffen wir uns um 11.30 Uhr in der Lobby?“
Joe nickte.
„Ok, bis dann!“, sagte ich, schnappt meinen Zimmerschlüssel und weg war ich.
Ich sah nicht, wie John und Joe mir besorgt hinterher sahen.
Als ich in meinem Zimmer ankam, versuchte ich das erst mal alles zu begreifen, aber ich hörte Steven immer wieder sagen :“Ich wollte dich nicht in Gefahr bringen!“ Ich schnappte meine Sachen, packte sie so schnell wie möglich ein und setzte mich dann auf die Fensterbank. Was meinte er, als er sagte, dass er immer bei mir war? Wie nah meinte er mit „in deiner Nähe“? Ich wusste daran denke, wie er mich vorhin geküsst hatte. Der Kuss war so anders, als der von John. Er war so... gewöhnlich, aber Johns, der war so.. so gefühlvoll. Was soll ich jetzt nur machen? Ich hatte doch jetzt, was ich mir immer gewünscht habe, oder? Steven lebt, er sagt, er will mich noch immer und eigentlich könnten wir da weiter machen, wo wir aufgehört hatten, aber nur eigentlich! Ich verstehe nicht, warum Steven einfach so abgehauen ist! Selbst wenn ich in Gefahr gewesen wäre! Würde ich verschwinden, wenn ich jemand in Gefahr bringen würde? Ohne ein Wort? Den anderen in dem Glauben lassen, dass ich gestorben bin? Ich glaube, ich könnte das nicht, aber vielleicht bin ich zu selbstsüchtig! Sollte ich es einfach mit Steven versuchen? Wir waren so lange zusammen, haben so viel zusammen durchgemacht. Und John? John kannte ich noch nicht lange, er war auf dem Weg ein Star zu werden, immer wo anders, aber trotzdem war da etwas, was mich zu ihm hinzog! Aber war es mehr, als nur eine Schwärmerei? Was hatte ich gefühlt, als ich vor Steven stand? Ich weiß es nicht. Ich war so erschrocken, so verwirrt, aber nun bin ich auch nicht schlauer. Ich weiß nur, dass er lebt- das er die ganze Zeit am Leben war. Aber warum hat er sich 4 Jahre nicht gemeldet? War ich ihn so egal? Hatte er eine andere? Ich sah ein Bild vor mir: Wie Steven eine andere Frau küsste! Wie eine andere Frau in seinen Armen liegt! Ich schüttelte den Kopf und merkte, wie ich schon wieder anfing zu weinen! Warum denn? Eigentlich müsste ich doch glücklich sein. Aber es war so unwirklich. Wie oft hatte ich die Bilder der einstürzenden Türme gesehen und wie oft habe ich gedacht, sie hätten einen Teil von mir mitgerissen, in die Tiefe, irgendwo hin, sodass er nicht mehr bei mir war und nun? Nun steht dieser Teil wieder vor mir und erwartet von mir, dass ich so tu soll, als wäre nichts gewesen, als wäre das alles nie geschehen? Keine entführten Flugzeuge, keine brennenden, einstürzenden Türme, keine Freunde, die mich anriefen, um mir ihr Beleid auszusprechen, keine Beerdigung, keine einsamen Nächte und keine Einsamkeit? Was soll ich jetzt nur tun? Wie soll ich mich verhalten? John gegenüber? Steven gegenüber? Ich zog meine Knie an mein Gesicht und fing an zu weinen! Warum musste das nur so kompliziert sein? Ich dachte, jetzt würde es bergauf gehen! Mit John, ohne Steven! Aber dann steht Steven plötzlich vor mir. Ich hätte gerne mit David telefoniert, aber ich wusste auch nicht, wie ich ihm das erklären sollte. Ich verstand das ja selbst nicht. Ich hätte mich so gerne ins Bett gekuschelt und einfach versucht an gar nichts zu denken. Aber nun musste ich... Scheiße, wie spät war es? Erschrocken sah ich zur Uhr! 11:35 Uhr. Oh Scheiße! Schnell schnappte ich mir meine Sachen und rannte die Treppen mit allen Sachen runter, was mit 2 Koffern und Rucksack gar nicht einfach war. Völlig außer Atem kam ich bei John und Joe an.
„Es tut mir so leid! Ich.. Ich...“, was sollte ich jetzt sagen, aber John sagte: „Kein Problem! Lasst uns fahren.“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:22
Er nickte und erwiderte: „Claire! Ich habe dich so sehr vermisst!“
Er nahm mich in den Arm, drückte mich an sich und dann küsste er mich. Ich wusste nicht, was mit mir geschah! Träumte ich??? Wie lange hatte ich geträumt, dass das passieren würde? Aber war das wirklich echt? Stand ich hier? Mit Steven? Er hörte auf mich zu küssen und ich wusste nicht, was eigentlich mit mir passiert! Steven beugte sich wieder zu mir und küsste mich, aber das war jetzt zu viel. Ich holte aus und gab ihn eine Ohrfeige. Zu etwas anderes war ich nicht in der Lage! Erschrocken sah er mich an.
„Was ist hier los? Wo warst du all die Jahre? Glaubst du, du kannst 4 Jahre verschwinden und wenn du wiederkommst, ist alles wie vorher? Verdammt, wo warst du? Ich dachte du wärst tot!“
„Claire beruhige dich!“, sagte er und versuchte mich an sich zu drücken, aber ich befreite mich und stellte mich ihm wütend gegenüber.
„ICH soll mich beruhigen? Verdammt was ist hier eigentlich los?“
„Claire!“, sagte er und fasste nach meiner Hand, aber ich zog sie weg und fuhr in wütend an: „Fass mich nicht an! Wo zur Hölle warst du so lange?“
„Ich musste untertauchen!“
Wütend sah ich ihn an. Ich kam mir vor wie in diesen Filmen, wo Typen vor der Polizei verschwinden mussten und dann später wieder bei ihren Familien auftauchten.
„Warum?“, fragte ich kalt.
„Das ist eine verdammt lange Geschichte!“
„Ach ja? Du hattest ja 4 Jahre Zeit um darüber nachzudenken, wie man sie kurz fasst!“
„Ich verstehe das du sauer bist, aber...“
„Ach, du verstehst das? Woher? Woher willst du das wissen, wie ich mich gerade fühle, wie ich mich damals gefühlt habe??? Als ich gehört hatte, dass du in dem Flugzeug saßt, dass in die Türme gestürzt ist? Woher willst du wissen, wie es ist, wenn man sich all die Jahre Vorwürfe macht? Woher willst du wissen, wie es ist, auf einer Beerdigung zu sein, von dem Menschen, den man liebt? Verdammt woher? DU weißt gar nichts!“, fauchte ich ihn an.
„Claire. Ich war immer bei dir in der Nähe. Ich.... Ich liebe dich doch!“
„Was? Du liebst mich? Wie konntest du mir das antun? All die Jahre?“
„Aber du warst in Gefahr! Es ging nicht anders!“
Ich weiß nicht was es war, aber ich glaubte, dass gleich jemand „Stop! Die Szene ist im Kasten“ rufen würde. Das kann doch alles gar nicht war sein, oder doch? War es wahr? Ich weiß gar nichts mehr! Es war so unwirklich. Ich versuchte wieder klar zu denken. Mich daran zu erinnern, was Steven gerade gesagt hatte und antwortete: „Wieso? Ich dachte, wir waren immer offen zueinander!
„Ich konnte nicht mit dir darüber reden! Ich wollte dich nicht in Gefahr bringen!“
Jetzt war es aber endgültig zu viel. Ich bin zwar völlig durcheinander aber nicht blöd „Wieso, sagtest du nicht eben noch, dass ich auch so in Gefahr gewesen bin? Aber einfach abzuhauen, als mit mir zu reden ist ja auch um einiges einfacher!“
„Nein, das stimmt nicht. Es war verdammt schwer. Denkst du etwa mir viel das leicht?“
„Immerhin konntest du ja gut 4 Jahre damit leben!“, schoss ich zurück.
„Ja, weil ich es MUSSTE!“
Ich sagte gar nichts mehr, warum denn gerade jetzt? Jetzt, wo ich gerade anfing Gefühle für jemand anderes zu entwickeln.
„Wo warst du so lange?“, fragte ich schließlich wieder.
„Eigentlich immer in deiner Nähe!“
„Hast du deine Beerdigung gesehen?“, fragte ich kühl.
Er nickte: „Ja, es war sehr schön, was du über mich und über uns gesagt hattest!“
, Das ist doch wohl der Gipfel!´, dachte ich. Ich war an dem Tag total fertig gewesen und stand total neben mir. Nur mit Davids Hilfe hatte ich das alles durchgestanden.
Wie ich da vor dem Grab stand und meine Rede hielt. Scheiße, ich merkte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen. Da fiel mir plötzlich etwas ganz anderes ein!
„Wusste David, dass du nicht tot bist?“
Er schüttelte den Kopf: „Nein, das wusste niemand, auch nicht meine Eltern! Aber meine Gefühle haben sich für dich nicht geändert!“
Sollte ich mich jetzt geehrt fühlen??? Was hatte ich alles durch gemacht? Wie hatte ich gelitten und nun steht er hier -LEBENDIG- und meint, er musste damals untertauchen. Ich verstand gar nichts mehr. Ich dachte, wir wären immer ehrlich, immer füreinander da gewesen! Und nun das...
Ich sagte also gar nichts mehr.. Steven sah mich an.
,Der erwartet doch nicht wirklich von mir, das ich ihn um den Hals falle, oder?, fragte ich mich.
„Claire?“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:23
Ich hielt mich den ganzen Tag aus allem raus, versuchte einfach meinen Job zu machen, ohne irgendwie viel zu reden. Ich konnte auch nicht. Ich fühlte mich schrecklich. So zerrissen. Am liebsten hätte ich mich in die nächste Ecke gesetzt und losgeheult. Danach war mir jetzt, nicht nach so dämlichen Fragen, die ich schön 1000 Mal gehört hatte „Hast du eine Freundin?“ „Welche 3 Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?“ „Was ist dein Lieblingssong?“ „Bereust du die Zeit mit B3?“ „Hast du noch Kontakt zu Blair und Tim?“ John tat mir leid, als er die alle beantworten musste. Ich saß in der Nähe und war mit meinen Gedanken woanders.
Ich konnte das heute alles nicht vertragen. Ich war so müde, so unglaublich müde. Ich fühlte mich so erschöpft und als wir nach dem Konzert das Auto betraten, war ich mehr als nur dankbar, dass sich der Tag dem Ende neigte.
John versuchte sich mit mir zu unterhalten, aber ich hatte keine Lust.
„War heute ganz schön anstrengend, stimmts?“
„Mmmh!“, war alles, was er von mir zu hören bekam.
„Aber ich finde, es wird immer besser, oder?“
„Mmmh!“
Warst du hier denn schon mal?“
„Nein!“
John sah zu Joe, aber dieser zuckte nur die Schultern. John gab auf. Ich lehnte meinen Kopf an das Fenster und schoss die Augen. Erst als wir beim Hotel ankamen, öffnete ich sie. Wir teilten die Zimmer auf und ich verabschiedete mich schnell mit einem „Gute Nacht!“
Ich sprang schnell unter die Dusche, zog mein Schlafzeug an und setzte mich aufs Bett, als ich nach der Fernbedienung griff, fielen einige Zettel zu Boden. Ich hob sie auf, und las:
Wenn ich alleine träume ist es nur ein Traum.
Wenn wir zusammen träumen, ist es der Anfang der Wirklichkeit.
Na toll. Gibt’s eigentlich für alles einen Spruch? Wenn es schon so schlaue Leute gibt, warum können die mir nicht sagen, was ich machen soll. DAS würde mir nützen, nicht so Gedichte. Steven und ich hatte uns auch oft Gedichte geschrieben...
„NEIN!“, sagte ich. Ich denke ja nicht wieder dran. Ich stellte den Fernseher an und schlief während irgendeines Film ein.
Als es am nächsten Morgen klingelte, wollte ich den Wecker ausstellen, aber es war kein Klingeln. Es war ein klopfen. Überrascht ging ich zur Tür.
Als ich durch den Spion sah, sah ich John. Ich öffnete vorsichtig die Tür.
„Hi, ist alles Ok?“, fragte er besorgt.
„Natürlich, wie oft willst du das noch fragen?“, fuhr ich ihn genervt an.
„Na ja.. Wir wollten uns vor einer halben Stunde zum Frühstück treffen!“
„Was? Scheiße! Ich bin gestern beim TV eingeschlafen und habe vergessen den Wecker zu stellen! Bin in 15 Min. fertig!“, sagte ich und wollte schon loslaufen, aber John sagte: „Nicht schlimm. Habe das Frühstück hier aufs Zimmer bestellt, aber in spätestens 40 Min. müssen wir los!“ Ich sah zu Uhr! 9:03 Uhr!
„Ok, ich beeile mich!“, sagte ich und wollte mich schon umdrehen, als ich Johns unsicheren Blick sah.
„Wenn du möchtest, kannst du dich gerne setzten!“
„Gerne!“ John setzte sich aufs Sofa und sah ein bisschen fern.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:24
„Verstehst du ein Wort?“, fragte ich ihn, als ich 25 Min. später aus dem Bad kam.
„Ne, aber ist so ganz lustig! Ach, das Frühstück steht da. Müsste noch warm sein!“
„Willst du auch was?“
„Ne, ich habe ja unten gegessen!“, sagte er und grinste.
Ich reagierte darauf nicht, sondern aß etwas, auch wenn ich keinen Hunger hatte. Nach einem halben Brötchen, legte ich es beiseite.
„Keinen Hunger?“, fragte mich John besorgt.
Ich schüttelte den Kopf. John stand auf und setzte sich neben mich. Er sah mich besorgt an. Ich merkte, wie mein Herz einen Satz machte und mir schrecklich warm wurde.
„Claire, was ist los? Ist es wegen der Sache im Schwimmbad?“, fragte er ganz leise. So als hätte er Angst, was ich darauf antworten würde.
Der Sache? Nennt er das so?
Ich schüttelte den Kopf „ Nein, das war eigentlich sehr schön, ich bin in letzter Zeit einfach nicht so gut drauf, Sorry!“
John sah mich noch immer besorgt an. Man sah ihm an, dass er mir nicht glaubte. Als er mir so in die Augen sah, schlug mein Herz immer schneller. Ich konnte nicht mehr klar denken und dann fühlte ich schon seine Lippen auf meinen. John sah überrascht aus, als ich ihn plötzlich küsste, aber er erwiderte es und legte seine Hand auf meine Hüfte. Es war einfach nur schön. Ich merkte, wie John meinen Hals entlang streichelte. Mein Herz schlug schneller und schneller, aber genau das war es, was ich jetzt wollte. Ich schloss meine Augen, dachte gar nicht mehr nach und gab mich einfach diesem Kuss hin. Keine Ahnung, wie lange wir so da saßen, aber irgendwann merkte ich, wie John sich langsam zurücklehnte.
Er sah mich noch immer überrascht an.
„Ich kann dir das auch nicht erklären, was mit mir los ist!“
„War das jetzt auf den Kuss oder auf dein Verhalten bezogen?“, fragte er vorsichtig.
„Auf den Kuss! Es tut mir leid.“, sagte ich und wollte aufstehen, aber John hielt mich mit der Hand zurück und zog mich vorsichtig zurück, sodass ich wieder neben ihm saß.
„Bereust du es?“, fragte er mich.
„Nein!“, antwortete ich bestimmt.
John zog mich an sich und küsste mich erneut. Es war so schön. In diesem Moment war alles andere vergessen, es war, als gab es nur ihn und mich. Aber dann fiel mir Steven ein und ich löste mich von John. Ich grinste ihn an und sagte: „Du kannst verdammt gut küssen!“
„Das hört man gerne, aber das kann ich zurück geben!“
„Ich denke, wie sollten los!“, sagte ich und versuchte das Thema zu wechseln. Ich war mir noch immer nicht sicher, was ich machen sollte...
„He, wo warst du heute morgen?“, fragte mich Joe, als wir uns trafen.
„Sorry, ich habe verschlafen!“ Mir war das schrecklich unangenehm. Ich glaube, das sah Joe mir auch an, also sagte er nur :„Ok, jetzt bist du ja da, also los!„ und wir fuhren los.
Kaum betrat ich am Abend mein Zimmer, sprang ich unter die Dusche, kuschelte mich aufs Sofa und wollte gerade David anrufen, als es klopfte. Seufzend stand ich auf und ging zur Tür.
„Hi!“, hörte ich Steven sagen.
„Was machst du hier?“, fragte ich total erschrocken.
„Kann ich reinkommen?“
Ich öffnete die Tür, weil ich nicht wollte, dass ihn jemand auf dem Flur sah.
„Was machst du hier?“, wiederholte ich.
„Ich habe dich vermisst!“
„Ach?“
„Claire, es tut mir alles wirklich leid!“
„Tut mir leid, aber ich will da jetzt nicht drüber reden! Ich kann jetzt nicht. Ich muss noch einiges arbeiten!“, log ich und schob ihn zur Tür zurück, da er mittlerweile schon durch den Flur gegangen war .
„Claire!“ Er blieb stehen und sah mich an.
„Steven bitte! Ich habe zur Zeit wirklich viel zu tun, aber ich verspreche dir, dass ich mich melden werde. Spätestens in 3 Tagen, aber es ist jetzt sehr schlecht.“, versuchte ich ihn loszuwerden.
Traurig sagte er „Ok“ und ging schließlich. Draußen drehte er sich noch mal zu mir um und sagte „Ich liebe dich so sehr!“
Wortlos schloss ich die Tür.
Ich konnte nicht ahnen, dass John genau in dem Moment die Tür von seinem Zimmer geöffnet hatte, als meine Tür ins Schloss fiel und Steven gehen wollte. Überrascht sah John Steven nach. John überlegte kurz, entschied sich dann aber, doch bei mir zu klopfen.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:24
Gerade saß ich wieder auf dem Sofa, da klopfte es schon wieder.
Genervt ging ich ging zur Tür und öffnete diese mit einem „Verdammt, verstehst du mich nicht!“
„Oh Sorry! Ich hatte gedacht es wäre jemand anders!“, versuchte ich schnell mich zu entschuldigen, als ich John sah, aber das war auch nicht besser. Erschrocken sah John mich an.
„Willst du reinkommen?“, fragte ich schnell.
Er nickte nur und betrat mein Hotelzimmer.
„Wenn hast du denn erwartet?“, fragte John.
Was sollte ich darauf antworten? Meinen totgeglaubten Verlobten? Wohl kaum, aber ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
„Na ja... Musst du ja nicht sagen. Geht mich auch nichts an!“, sagte er und sah sich im Zimmer um.
„Ich.. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll?“, sagte ich ehrlich.
„Was denn?“
„Das alles! Ich verstehe es ja selbst nicht!“
„Claire? Kann ich dich was fragen und du gibst mir eine ehrliche Antwort!“
Ich nickte, aber ich hatte Angst davor, was John mich gleich fragen würde. Wenn man so anfängt, dann hat es meistens nichts gutes zu bedeuten. Ich hatte Angst, Angst John zu verlieren, aber konnte ich ihn verlieren? Hatte ich ihn denn überhaupt???
„Warum hast du mich geküsst?“
„Weil ich.. Weil ich glaube, dass ich dich liebe!“, antwortete ich ehrlich, aber auch verunsichert. Ich hatte es so lange nicht mehr gesagt. Noch nie zu jemand anders, außer Steven und der war noch immer am Leben, er wollte mich noch immer wieder haben. Ich weiß nicht warum, aber ich fand immer, dass dieser Satz zu Steven gehört, gehören MUSSTE.
„John, es ist alles so kompliziert!“, sagte ich und fing an zu weinen. Dabei wollte ich nicht vor John weinen. Er kam zu mir und nahm mich in den Arm.
„Warum?“, fragte er und streichelte mir immer wieder über den Rücken.
„Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll!“
John legte seinen Kopf an meinen und flüsterte mir ins Ohr: „He, ist Ok. Ich weiß nicht, was dich so sehr bedrückt, aber ich bin für dich da, wenn ich es soll. Du musst es dann nur sagen. ..... Ich liebe dich, Claire!“ John war so lieb. Er stand hier und versuchte mich zu trösten, obwohl er gar nicht wusste, was ich hatte. Ich war so froh, dass er hier war. Ich wollte ihn nicht verlieren, aber wollte ich Steven verlieren?
„John, kannst du mir eine halbe Stunde geben. Ich müsste mal mit David telefonieren. Danach komm ich zu dir rüber und versuche es dir zu erklären. Aber ich muss das erst mal begreifen und mit David drüber reden!“
„Klar, ich warte dann solange, auch wenn es 3 Stunden dauert!“, sagte er, wischte mir die Tränen weg und gab mir einen Kuss auf die Wange. Er war so süß.
„Danke!“, sagte ich erleichtert.
„He, lass dir Zeit. Ich weiß nicht, was mit dir los ist, aber wenn dir das Telefonieren mit David hilft, dann lass dir Zeit. Ich kann warten und werde es auch. Gucke dann solange fern.“
John ging dann nach draußen, schloss die Tür und ich stand wieder hier- alleine. Mal wieder. Es war so schön in seinem Arm. Ich fühlte mich einsam und am liebsten wäre ich sofort zu John. Hätte mich in seinen Arm gekuschelt und ihn einfach geküsst, aber nun war ich hier, aber wie sollte ich das David erklären, wenn ich das alles selbst nicht verstehe.
„Ok, je schneller ich David anrufe, desto schneller kann ich zu John!“, sagte ich mir und wählte Davids Nummer.
„Hello?“, hörte ich ihn sagen.
„Hi, hier ist Claire!“
„He, wie läuft es, was machst du so? Wie läufts mit John?“
„Na ja... Es geht!“, sagte ich traurig.
„Es geht? He, was ist los? Ich merke doch, das etwas nicht stimmt!“
„Ich... Ich habe John geküsst!“
„Was? Geil und was hat er gemacht? Also, wie hat er reagiert?“
„Zurückgeküsst!“
„Claire, du weißt, was ich meine! Was hat er dazu gesagt?“
„Das er mich liebt, also, das hat er heute gesagt!“
„Ah geil! Das ist doch super!“
„Nein!“
„Warum... liebst du ihn denn nicht?“, fragte er überrascht.
„Doch!“
„Aber wo ist dann das Problem?“
Ich fing an zu weinen „ Ich war gestern morgen auf Toilette als, als mir jemand von hinten den Mund zu hielt. David, es war Steven! Steven lebt! Er.. Er sagt.. Er will mich wiederhaben... Er sagt, er musste untertauchen... Er sagt, ich war in Gefahr!“
„Claire, ganz ruhig. Ganz langsam. Bist du denn sicher, dass es wirklich Steven war!“
„100%!“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:25
„Aber wie kann das sein? Wo war er solange? Was hat er gemacht?“
„Ich weiß es nicht, er sagte, ich war in Gefahr, da musste er verschwinden! Er sagte, er war immer in meiner Nähe und das er mich noch liebt und wieder haben will.“
„Und liebst du ihn noch?“
„Ich liebe John!“
„Das war nicht meine Frage!“
„Verdammt, ich weiß gar nichts mehr. Gerade war mein Leben wieder einigermaßen normal und jetzt taucht er plötzlich wieder auf! David, ich weiß nicht, was ich machen soll! Er tauchte eben plötzlich hier auf und draußen ist er John begegnet und der hat mich gefragt, wer das war! Was soll ich denn jetzt sagen? Was soll ich jetzt machen? David, ich weiß einfach nicht, was ich tun soll!“ Ich fing an entsetzlich zu weinen. Ich kam mir so orientierungslos vor. Ich war total durcheinander.
„Claire, ganz ruhig. Wir finden schon eine Lösung!“, versuchte er mich zu beruhigen. Seine ruhige Stimme tat gut, und langsam wurde ich wieder ruhiger.
„Willst du zurück zu Steven?“
„Ich.. Ich glaube nicht!“
„Du glaubst es nicht?“
„David, ich weiß gar nichts mehr, ich kann dir nur sagen, dass ich mich mehr zu John hingezogen fühle, als zu Steven!“
„Das ist doch schon mal was! Verdammter Scheißkerl aber auch! Also nicht John, sondern Steven! Warum musste der gerade jetzt wiederkommen! Gerade jetzt,! Hätte doch ganz wegbleiben können!“, hörte ich David sagen.
Ich sagte nichts.
„Es tut mir leid. Claire... Ich.. Ich weiß auch nicht, was ich dir raten soll! Empfindest du noch etwas für Steven?“
„Ich weiß nicht.“
„Aber du weißt, dass du John liebst?“
„Ja!“
„Könntest du dir vorstellen, mit ihm zusammen zu sein?“
„Ja!“
„Und wie sieht John das?“
„Ich weiß nicht. Ich weiß zur Zeit gar nichts mehr! Aber als ich John geküsst habe, es war so schön. Ich habe es so genossen, am liebsten hätte ich mich nie wieder von ihm gelöst, aber dann fiel mir Steven wieder ein!“
„Und wenn du John die Wahrheit sagst, wie mir gerade? Das es Steven war dem er begegnet ist, du aber John liebst, aber dir nicht sicher bist, was du für Steven empfindest? Wie würde John reagieren? Glaubst du, er würde es verstehen?“
„Ich weiß nicht. Aber ich habe ja wohl keine andere Möglichkeit, oder?“
„Das wäre jedenfalls die fairste Lösung!“
„Danke, dass du mir zu gehört hast! Ich musste einfach mal mit jemanden reden.“
„Quatsch, ist doch kein Problem. Wenn was ist, ruf an, jeder Zeit, OK, Claire!“
„Ja, danke. Werde ich dann machen. Gute Nacht!“
„Dir auch!“
Schließlich legte ich auf. Ich fühlte mich ein bisschen besser. Keine Ahnung warum, aber jedes Mal, wenn ich mit David über Probleme rede, sind sie anschließend ein bisschen einfacher. Vielleicht sollte ich wirklich ehrlich zu John sein, aber wie würde er reagieren? Das werde ich wohl leider erst dann erfahren, wenn ich mit ihm gesprochen habe. Ich hatte Angst davor, aber gleichzeitig freute ich mich darauf John wieder zu sehen- wieder bei ihm zu sein. Könnte ich Steven vergessen und mit John neu anfangen? Würde das halten? Ich weiß es nicht. Fest stand aber, dass ich GERADE JETZT John mehr vermisste als Steven. Ich schnappte mir eine Strickjacke, zog sie drüber und ging dann zu John.
Unsicher stand ich vor seiner Tür. Wie sollte ich am besten anfangen?
Ich atmete tief durch und klopfte an seine Tür. Mein Herz schlug mir bis zu Hals und ich merkte, wie meine Hände feucht wurden.
„Hi!“, sagte er, als er die Tür öffnete und strahlte mich ein wenig unsicher an.
„Sorry, es ging nicht eher!“
„Kein Problem. Komm rein!“, sagte er und ließ mich rein.
Ich ging durch den Flur und blieb schließlich vor dem Sofa stehen.
„Konnte David dir weiterhelfen?“
Ich sah mich bei John im Zimmer um. Es war ungewöhnlich gut aufgeräumt. Entweder hatte John schnell aufgeräumt, oder einen Putzfimmel. Bei den Gedanken, musste ich grinsen. John sah es und fragte: „Was ist denn so lustig?“
„Hast du einen Putzfimmel?“
Überrascht sah er mich an: „Was?? Warum?“
„Weil selbst die Briefumschläge und das Papier ordentlich zusammengelegt sind!“
„Na ja... Ich habe schnell noch ein bisschen aufgeräumt!“, antwortete er zögernd, wurde leicht rot und sah verlegen zu Boden.
,Ist der süß!`, dachte ich mir und ging zu ihm.
„Hättest du aber nicht machen brauchen!“, sagte ich und legte meine Hände um seine Hüfte.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:25
John sagte nichts mehr dazu, also sagte ich schließlich: „Ich glaube schon, dass David mir weiterholfen konnte! Jedenfalls fühle ich mich besser als vorher!“
„Das ist schön!“, sagte John und man sah mir in die Augen. Man merkte, dass er es mehr als ehrlich meinte.
Ich ging an John vorbei uns setzte mich schließlich auf die Couch.
Ich atmete tief durch und sagte dann: „Der Typ, der vorhin aus meinem Zimmer kam, war Steven!“
Überrascht und verwirrt sah John mich an. „Was?? Aber... ich.. ich dachte, der ist tot!“
„Ja, das dachten alle. Aber als ich gestern auf Toilette gegangen bin, ist er mir gefolgt.“
„Deswegen warst du also so durcheinander!“
„Ja! Ich dachte, er wäre tot und dann steht er plötzlich vor mir! Das war einfach zu viel. Ich hatte, bzw. ich verstehe es jetzt immer noch nicht.“
John sah traurig zu Boden. Schweigend saßen wir da, bis John schließlich fragte: „Weiß er davon, dass wir uns geküsste haben?“
„Nein, warum auch?“, meinte ich entsetzt.
„Na ja.. Vielleicht hätte er ein Recht darauf!“
Plötzlich dämmerte mir, auf was John hinaus wollte: Er dachte, ich wäre mit Steven wieder zusammen!!!
„John, das hast du völlig falsch verstanden. Ich bin nicht wieder mit Steven zusammen!“
Überrascht sah er auf und fragte: „Warum denn nicht? War das nicht, was du dir die ganze Zeit über gewünscht hast?“
Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte. Einerseits ja, aber dann waren da diese Gefühle für John. Ich zuckte also mit den Schultern.
„Claire? Aber genau das wolltest du doch immer!“, wiederholte er, als ich nichts weiter sagte.
Ich nickte, sagte aber immer noch nichts. John setzte sich neben mich. Er sah mich fragend an. Genau das war es, wovor ich Angst hatte. Ich merkte, wie mein Herz wieder schneller schlug, wie mir warm wurde. Wie sollte ich ihm das erklären?
Ich stand schnell auf und ging zum Fenster, drehte mich um und flüsterte: „Aber da kannte ich dich noch nicht!“ Ich wollte sehen, wie er reagieren würde, aber er veränderte sich nicht- kein bisschen. Er sah mich einfach nur an, bis er aufstand und zu mir kam.
Er lächelte mich an und sagte schließlich: „Ich will mich aber nicht zwischen euch drängeln!“
„Zwischen uns? Ich dachte die letzten 4 Jahre, dass es kein uns mehr geben würde, und dann steht er auf der Toilette mir gegenüber-lebendig- und sagt, dass er mich noch immer liebt und mich nicht verlieren will. Ich wusste einfach nicht, was ich machen sollte und wenn ich ehrlich bin, dass weiß ich es auch jetzt noch nicht 100 % sicher! Ich weiß aber, dass ich dich liebe, aber ich weiß nicht, was ich für Steven empfinde. Ich war einfach zu geschockt, als er mir plötzlich gegenüber stand“
„Das kann ich verstehen! Ich wäre auch schrecklich durcheinander, wenn plötzlich vor mir jemand stehen würde, wo ich dachte, dass er schon jahrelang tot ist!“
Ich nickte und sagte: „Ich habe Steven gebeten mir etwas Zeit zu geben, damit ich das mal verarbeiten kann, aber er stand heute plötzlich vor meiner Tür! Ich sagte, dass ich mich melden würde, damit wir das mal in aller Ruhe klären können!“
John sah mich ernst an und sagte: „Claire, egal, wie lange du brauchst, ich werde warten, wenn ich es soll! Nehme dir die Zeit und denk in aller Ruhe drüber nach, damit du später nichts bereust!“
Ich sah John unendlich dankbar an! Dafür, dass er mir die Zeit gab, die ich brauchte! Dafür, dass er mich nicht unter Druck setzte! Dafür, dass er versuchte mich zu verstehen! Er nahm mich in den Arm und wir standen eine Weile so da.
„Ich liebe dich, vergesse das nicht, OK?“ , sagte er schließlich zu mir. Ich schüttelte den Kopf und küsste ihn zärtlich: „Keine Angst, das vergesse ich nicht. Ich liebe dich auch, aber ich weiß nicht, was ich für Steven empfinde. Ich muss das erst mal alles mit ihm klären!“
„Ist OK! Danke, das du ehrlich zu mir warst.“
„Tut mir nur so leid, dass das so kompliziert ist!“, entschuldigte ich mich traurig.
„Ist doch nicht deine Schuld! Entscheide dich und nimm dir die Zeit, die du brauchst! Ich möchte nur, dass du nicht vergisst, dass ich dich liebe und das ich hoffe, eine Chance gegen Steven zu haben. Ihr wart oder seid immerhin verlobt. Aber, ich möchte ihm nicht die Frau ausspannen!“
„Das tust du nicht. Als ich mich in dich verliebt habe, dachte ich, er wäre tot. Das hat er sich selbst ausgesucht, aber ich habe so viel mit Steven durchgemacht und ich wollte mal mein Leben mit ihm verbringen- ich weiß nicht, ob ich das noch will. Ich muss das erst mal herausfinden!“
„Klar, das verstehe ich!“
„Ok, ich werde dann mal schlafen gehen!“, verabschiedete ich mich von ihm. John nickte und geleitete mich zur Tür.
„Gute Nacht!“, sagte ich zu ihm.
„Gute Nacht! Schlaf gut!“
Ich ging zur Tür raus und ging in mein Zimmer. Ich rief David kurz an und erzählte ihm, wie es gelaufen war, bevor ich mich schlafen legte! Ich konnte aber lange nicht einschlafen. Ich dachte über das alles nach und lief das alles im Kopf noch mal durchlaufen. Die Zeit mit Steven, was ich mit John erlebt hatte. Aber ich blieb immer wieder an den Bilder der brennenden Türme hängen. Als ich mich schließlich umdrehte und die Augen schloss, wurde es draußen schon wieder hell...
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:26
Als ich am nächsten Morgen wach wurde und auf die Uhr sah, war es 12:43 Uhr. Ich stand langsam auf, ging zum Fenster und sah raus. Es war heute mein freier Tag für, da John heute nur Soundcheck und heute Abend ein Konzert hatte. Somit griff ich zum Telefon und rief Steven an, um mich mit ihm zu Treffen. Ich hatte nicht wirklich Lust, aber ich wollte einige Antworten. Ich ließ es also klingen, wartete, bis er ran ging und dann verabredeten wir uns für um 14.30 in so einem Restaurant gegenüber meines Hotels. Ich ging ins Bad, machte mich fertig und überlegte, ob ich John Bescheid sagen sollte, aber dann entscheid ich mich dagegen, da ich nicht wusste, ob er schon wach war und er hatte in letzter Zeit eh nicht so viel Schlaf bekommen. Ich vermisst ihn irgendwie... Als es 14:15 Uhr war, nahm ich meine Jacke und meine Tasche und verließ mein Zimmer. ,Scheiße, es regnet!´, bemerkte ich, als ich das Hotel verließ. Schnell rannte ich über die Straße und ins Restaurant. Als ich dieses betrat kam eine Dame auf mich zu und fragte „Möchten sie einen Tisch?“
„Ja, für 2 Personen, Nichtraucher!“, antwortete ich freundlich und ließ mich von der Dame zu einem Platz am Fenster führen. Ich saß kaum, als ich Steven auf mich zu kommen sah.
„Möchten sie die Karten?“, fragte mich die Dame und ich sah Steven an.
„Hi, ja, sehr gerne. Vielen Dank!“, erwiderte er und setzte sich neben mich.
„Hi!“, kam es von mir. Ich kam mir irgendwie total doof vor. Als würde ich vor einem fremden sitzen. Nicht vor dem Menschen, den ich mal heiraten wollte. Wollte ich das noch immer?
„Du siehst verdammt hübsch aus.“, meinte Steven und lächelte mich an.
„Danke!“, war alles, was ich sagte. Ich fühlte mich so unwohl.
Die Kellnerin kam mit den Speisekarten wieder und reichte jeden eine. Wir bestellten uns etwas zu trinken und dann sah ich Steven an.
„Also... Dann fang mal an!“, sagte ich direkt. Ich hatte weder Lust auf Rumgehschleime, noch es unnötig in die Länge zu ziehen. Außerdem wollte ich jetzt endlich wissen, was gewesen war.
„Claire... Ich .. Ich.. Weiß gar nicht.. Wo ich anfangen soll...“
Ich sagte nichts, sondern sah ihn noch immer an.
„Ich hatte mich mit den falsche Leuten eingelassen. Ich... Ich hatte Geld gebraucht und die falschen Leute um Hilfe gebeten...“
Ich sah auf die Kellnerin, die gerade mit unseren Getränken kam und sah auf meine Cola. Wir bestellten etwas zu Essen, aber obwohl ich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, hatte ich keinen Hunger. Ich musste an den Abend mit John in der Bar denken. Ich habe mich da so wohl gefühlt nicht so fremd wie jetzt.
„Claire?“, hörte ich Steven fragen.
Ich sah auf und sah ihn wieder an. Er griff über den Tisch und nahm meine Hand.
„Claire, sie hatten mir gedroht. Auch, dass sie dir etwas antun würden. Ich bin dann zu meinen Eltern um sie um Hilfe zu bitten, aber dann haben wir uns gestritten und ich wollte zu dir, hatte den Flug gebucht, bin aber noch nicht eingestiegen, da ich das doch erst alles mit meinen Eltern klären wollte und als ich höre, das genau dieses Flugzeug entführt wurde... Na ja.. Da dachte ich, dass... Vielleicht das es Schicksal war.“
„Schicksal? Du nennst es also Schicksal mich in den Glauben zu lassen, dass du tot bist- all die Jahre lange?“, fragte ich kühl.
„Nein, das nicht. Aber ich dachte, dass das die Chance wäre da rauszukommen!.... Claire, aber ich liebe dich.“
Es klang so ehrlich, aber ich konnte nichts drauf sagen. Ich konnte es einfach nicht. Irgendwie war mein Hals wie zugeschnürt. Schließlich brachte ich doch etwas raus:
„Und warum hast du mir nicht eher gesagt, dass du am Leben bist?“
„Das wollte ich... Wirklich! Aber ich wusste nicht wie. Wenn ich zu dir gegangen wäre, dann hätten sie mich vielleicht gesehen und anrufen wollte ich nicht... Sie wussten, wie sehr ich an dir hänge und dass ich dich sofort angerufen hätte, wenn es mir gut ginge. Ich hatte Angst, dass sie dein Telefon abhören.“
„Und warum kamst du nicht eher?“
„Ich... Ich hatte Angst. Klar, ich wollte dich wieder bei mir, aber ich konnte nicht. Ich hatte schreckliche Angst. Das die Leute mich nicht in Ruhe gelassen hätten, wenn sie wüssten, dass ich noch lebe!“
„Und jetzt? Denkst du jetzt, dass sie dich in Ruhe lassen?“
„Wir müssen vorsichtig sein!“, flüsterte er mir zu.
„Das hätten wir auch schon Jahre eher! Du hättest nur zu mir kommen müssen. Es wäre genau die selbe Situation wie jetzt!“
„Claire... Ich hatte Angst- auch um dich!“
„Und was, wenn sie zu mir gekommen wären, als du „tot“ warst? Wenn sie mich bedroht hätten, das Geld von mir gewollt hätten?“
„Ich war doch immer in deiner Nähe, ich hätte schon aufgepasst!“
„So hättest du das? Wenn du eh immer da warst, hättest du mir auch sagen könne, dass du am Leben bist, aber so war es ja auch einfacher!“, sagte ich schnippisch.
„Denkst du es war einfach. Dich zusehen, aber dich nicht in den Arm nehmen zu können, nicht mit dir reden zu können?“
„Abscheinend könntest du gut damit leben!“
„Nein, das konnte ich nicht. Es war schwer, aber ich hatte an dich gedacht!“
„An mich??? Verarschen kann ich mich alleine. Wenn du immer in meiner Nähe warst, dann hättest du gesehen wie schlecht es mir ging....“, sagte ich und ich merkte, wie mir Tränen in die Augen stiegen.
,Nicht weinen, nicht hier!`, dachte ich mir und versuchte die Tränen runterzuschlucken. Es war so schwer, die Gefühle, die in mir hochkamen zu unterdrücken.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:27
„Das habe ich, aber ich dachte, dass es so besser ist, als wenn ich dich in Gefahr bringe!“
„Du redest immer davon, dass ich in Gefahr gewesen bin, als du gelebt hattest, aber nicht, als du tot warst. Jetzt bist du ja wieder am Leben, dann bin ich es ja wieder, oder?“
„Wir müssen vorsichtig sein!“
„Und das hätten wir vor Jahren nicht? Warum hast du nie etwas gesagt?“
Er sagte nichts mehr, er sah mich einfach nur an und lächelte. Schließlich sagte er: „Du bist verdammt hübsch geworden, Honey!“
Ich sah nach draußen, der Regen wurde immer stärker. Es war richtig dunkel draußen. Es war scheiß Wetter, aber irgendwie passt das zu meiner Stimmung. Ich fühlte mich verarscht! Ich sah zurück in Stevens Augen und merkte, wie mein Herz schneller schlug. Ich glaube, ich hatte ihn so sehr vermisst.... Auch wenn es mir schwer fiel das zuzugeben.
„Wo warst du all die Jahre nur gewesen?“, fragte ich ihn.
„Immer bei dir in der Nähe. Ich wollte bei dir sein!“
In diesem Moment kam die Kellnerin wieder und Steven ließ meine Hand los, damit sie das Essen auf den Tisch stellen konnte. Wir wollten uns eine Riesenpizza teilen, aber ich hatte noch immer keinen Hunger.
„Guten Appetit!“, sagte die Kellnerin und verschwand.
Wir saßen schweigend da, bis Steven sagte: „Dann mal guten Appetit!“
„Ja, dir auch!“
Wir griffen nach der Pizza und fingen an zu essen.
„Was hast du denn in den letzten Jahren so gemacht?“, fragte Steven mich.
Überrascht sah ich hoch. „Ich dachte, du warst immer bei mir, dann müsstest du es doch mitbekommen haben!“
„Ja, aber nicht alles. Du bist nach New York gezogen! Warum?“
„Weil ich da wegwollte, und weil der Job ganz nett ist!“
„Na ja... Kindermädchen für einen eingebildeten Typen zu spielen, ist doch nicht grad das, was du immer wolltest?“
„Wie kommst du darauf, dass er eingebildet ist?“
„Sind sie das nicht alle?“
„Nein, find ich nicht.“
„Du trägst die Kette nicht mehr. Warum nicht?“
Ich fühlte mich ertappt und merkte, wie ich rot wurde. Mir wurde langsam verdammt heiß. Aber irgendwann musste ich es sagen...
„Ich... Ich wollte mit der Vergangenheit abschließen!“, sagte ich schließlich ehrlich.
„Aber das musst du ja jetzt nicht mehr!“
Steven stand auf und setzte sich genau neben mich. Er nahm mein Kinn in die Hand und küsste mich. Mein Herz machte einen Satz und mir wurde schrecklich heiß. Ich merkte, wie er seine andere Hand auf meine Hüfte legte. Ich schloss die Augen, aber ich konnte mich nicht entspannen. Schließlich beendete ich den Kuss und sah Steven an.
„Claire ich liebe dich so sehr!“
„Steven, das geht nicht!“
„Was? Was meinst du?“, verwirrt sah er mich an.
„Es.. Es gibt da einen anderen Mann...“, begann ich.
„Aber ich... Ich dachte.. Dass... Na ja... Dass wir beide für einander geschaffen sind“, stotterte er überrascht.
„Das war, bevor ich dachte, dass du tot bist!“
„Empfindest du denn gar nichts mehr für mich?“
„Ich... ich weiß es nicht!“
Ich fühlte mich so schuldig. Ich stand zwischen 2 Stühlen und wüsste nicht, zu wem ich mich mehr hingezogen fühlte. Ich war so verwirrt, ich wusste nicht, wie ich mich entscheiden sollte.
„Wie meinst du das, Claire?“
„Verdammt, wie ich es gesagt habe. Ich bin verwirrt. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll.“
„Aber, willst du alles aufgeben, was wir hatten?“
„Moment mal... DU hast das alles aufgegeben. DU hast dich entschieden mal für eine Zeit zu sterben. Jetzt schieb das nicht alles auf mich!“, sagte ich wütend.
„Ja, weil ich dich schützen wollte!“
„Mich schützen, mich schützen. Ich kann es nicht mehr hören! Ich dachte, wir wollten uns immer alles erzählen!“
„Ich... ich konnte es aber nicht!“
„Warum nicht?“
„Ich weiß nicht. Ich hatte diesen Fehler eben gemacht und kann ihn nicht mehr ändern!“
„Warum bist du nicht zu mir?“
„Weil ich dich nicht um soviel Geld bitten wollte!“
„Ach, und dann gehst du lieber zu anderen Leute, als mich um Hilfe zu bitten. Na toll... Ich hatte gedacht, du wärst anders!
„Ja, ich weiß.. Ich habe einen Fehler gemacht, aber Menschen machen nun mal Fehler!“
„Wie viel Geld war es?“
____________________________________
GtaSA
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:27
um was geht es hier???
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:28
„Was spielt das denn für eine Rolle?“
„Für mich eine große. Ich würde nämlich gerne wissen, wie viel mein Leiden wert war!“
Steven sah mich überrascht an, aber er sagte nichts.
Also fragte ich noch mal.
„1.000 Dollar!“
Entsetzt sah ich ihn an. Ich hatte keine Ahnung, für was er das Geld gebraucht hatte, aber ich verstand nicht, warum er nicht zu mir kam- nicht offen zu mir war. Ich dachte, wir wollten alles teilen. Gute und schlechte Sachen, aber ich hatte mich wohl geirrt und ich hatte das Gefühl, dass war nicht das einzigste, wo ich mich geirrt hatte.
“Claire... Lass uns das alles vergessen und irgendwo ganz neu anfangen!“
„Neu Anfangen?“ War ich dafür bereit? Wollte ich das? Mit Steven? Wollte ich John und meinen Job aufgeben.
„Ja, irgendwo ein Plätzchen finden und einfach neu anfangen, wo uns keiner finden kann und das machen, was wir schon immer tun wollten. Vielleicht auch eine Familie gründen?“
„Mir geht das zu schnell!“
„Aber das wäre doch schön... Irgendwo, wo es warm ist. Wo man unter Palmen arbeiten kann und...“
„Ich sagte, mir geht es zu schnell!“
„Dann könne wir ja auch noch warten! Ein bisschen zusammen New York unsicher machen!“
„Was denkst du eigentlich? Das du einfach sterben kannst und wenn es dir gerade passt, dass du wieder auftauchen kannst und dann so tun, als wäre nichts passiert? Tut mir leid, aber ich kann das nicht und ich weiß auch nicht, ob ich das noch will!“, schnauzte ich ihn an.
„Es tut mir leid... Ich freue mich halt einfach wieder bei dir zu sein!“, sagte Steven traurig. Ich sah auf die Pizza. Irgendwie kam mir der Gedanken, dass ich wie die Pizza bin. Total zerteilt. Einerseits sagte etwas in mir „nehme John„, aber irgendwas sagt auch „nehme Steven„ War es das, was ich mir von diesem Treffen erhofft hatte? Das er mir immer wieder sagt, dass er verschwinden musste, weil er oder ich in Gefahr waren? Hatte ich jetzt die Antworten, die ich wollte? Die ich BRAUCHTE? Für mich und meine Entscheidung? Ich seufzte und fragte schließlich: „Gab‘s denn in all den Jahren bei dir keine andere Frau?“
„Nein, ich wollte immer nur dich!“
Konnte ich ihm das glauben? WOLLTE ich das denn? Steven war immer ein Frauenschwarm gewesen...
„Warum tauchst du gerade jetzt auf?“
„Wie meinst du das?“, fragte Steven verwirrt.
,Ja, wie meinte ich das?`, fragte ich mich. Sollte ich das mit John jetzt alles erklären? ,Dann weiß Steven, wer der andere Mann ist?, schoss es mir durch den Kopf. Nach einer kurzen Überlegung sagte ich: „Ich kam gerade alleine zu Recht! Ohne die schmerzhaften Erinnerungen!“
Steven zog mein Gesicht hoch, sodass ich meinen Blick von der Pizza lösen musste und ihm in die Augen sah.
„Ich weiß nicht... Vielleicht sagte mir das ein Gefühl. Ich will dich nicht verlieren. Das wollte ich nie. Ich weiß, ich habe einen Fehler gemacht und als ich versucht habe den wieder gut zumachen habe ich den nächsten Fehler gemacht, aber das ändert alles nichts, an meinen Gefühlen für dich. Ich hatte mich so nach dir gesehnt. Ich hatte einfach Angst um dich und auch um mich! Ich weiß, es war falsch nicht mit dir zureden und dann einfach so zu tun, als wäre ich gestorben, aber ich kann es leider nicht mehr rückgängig machen...“
Was sollte ich tun? Was zur Hölle sollte ich jetzt machen?? Ich wusste es nicht. Ich schwieg. Steven hielt die Stille wohl nicht mehr aus, schließlich fragte er : „Möchtest du das letzte Stück noch?“
Ich schüttelte den Kopf. Also nahm es Steven und sah mich an.
„Claire?“, hörte ich ihn fragen.
Ich sah auf und schaute ihn an.
„Hab ich noch ne Chance?“
Ich nickte, weil irgendetwas in mir sagte „Ja“
„Was soll ich machen?“
„Ich.. Ich weiß nicht. Ich brauche einfach mal Zeit um darüber nachzudenken!“
Steven nickte und sagte nichts mehr. Ich sah auf die Uhr. Es war16:38 Uhr. Ich fühlte mich so erschöpft.
„Steven, ich muss nachher noch arbeiten und vorher würde ich mich gerne noch etwas ausruhen, wärst du sauer, wenn wir uns für heute verabschieden?“
„Nein! Wenn mich mal besuchen willst, ich wohne im Garden Hotel“, sagte er. Ich nickte.
Er bezahlte schließlich die Rechnung. Normalerweise hasse ich das total, aber heute ließ ich mir das gefallen. Ich wollte nur noch ein bisschen alleine sein. Als wir aus dem Restaurant gingen und uns verabschieden wollten, gab Steven mir einen Kuss auf den Mund und sagte „Bye! Ich liebe dich!“
„Bye!“, sagte ich noch, bevor ich durch den Regen über die Straße ins Hotel lief.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:29
Ich schnappte mir an der Rezeption den Schlüssel, und ging auf mein Zimmer. Als die Tür ins Schloss fiel, atmete ich erst mal durch. In Amerika war es jetzt kurz vor 11 Uhr. Ich setzte mich aufs Sofa, schnappte das Telefon und rief schnell David an.
„Hi!“, sagte ich, als er abnahm.
„Hi Claire! Freut mich dich zu hören!“
Ich erzählte ihm schließlich von dem Gespräch mit Steven und dass ich mich jetzt nur noch unsicherer fühlte, als vorher schon. Wir telefonieren ca. eine halbe Stunde. David versuchte zwar mich aufzubauen, aber dieses Mal klappte es nicht so wirklich. Als ich dann auflegte fühlte ich mich noch immer total durcheinander. Es war 17:28 Uhr, um 18:15 Uhr wollten wir uns in der Lobby treffen. Ich zog meine Stiefel aus und rollte mich auf dem Sofa zusammen. Ich wollte mich wenigstens noch ein bisschen hinlegen. Aber es dauerte nicht lange, da war ich wieder bei den beiden. Es quälte mich so, aber ich wusste keine Lösung. Wenn ich mich für Steven entscheiden würde, könnte ich ihn wieder vertrauen? Darauf, dass er mir alles erzählt? Darauf, dass wir wieder das hatten, was wir vorher schon hatten? Würde ich ihn verzeihen können, dass er sich jahrelang tot gestellt hatte?
Ich wusste es nicht. Ich lag noch ein bisschen auf dem Sofa, aber als es Zeit wurde, zog ich schließlich die Schuhe an, nahm meinen Mantel und ging runter. Ich freute mich darauf John wieder zu sehen!
Als ich die Lobby wieder betrat sah ich John neben Joe an der Rezeption stehen.
Ich ging hin und begrüßte beide mit einem „Hi!“
„Na, was hast du an deinem freien Tag gemacht?“, fragte Joe mich.
„Ich habe ein paar Dinge geklärt!“
„Aha! Wollen wir dann schon mal zur Halle fahren?“, fragte Joe John und dieser nickte.
Wir gingen nach draußen und Joe ging dann um das Auto zu holen.
„Du siehst müde aus, ist alles in Ordnung?“, fragte mich John, als Joe weg war.
„Ich... Ich habe keine Ahnung. Ich habe mich vorhin mit Steven getroffen, aber ich weiß nicht, ob es mir geholfen hat!“, antwortete ich ehrlich.
„Aber dann weißt du jetzt, warum er allen in dem Glauben ließ, dass er tot war?“
Ich nickte. John sagte nichts mehr, sondern sah die Auffahrt runter. Auch ich schwieg, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Die Stimmung war so... erdrückend.
Als Joe schließlich kam, stiegen wir ein und fuhren zur Halle, damit John da sein Konzert geben konnte.
Gegen kurz nach 12 Uhr erreichten wir das Hotel wieder.
„Ok, dann treffen wir uns morgen hier um 10 Uhr und fahren dann zu den ganzen Promoterminen.“, bestimmt Joe. John und ich nickten.
„Ok, dann euch beiden eine gute Nacht!“ und mit diesen Worten war Joe auch verschwunden.
John und ich standen einfach da.
„Ich... Na ja.. Ich will dich nicht bedrängen, aber ich wollte noch etwas in die Bar, hast du Lust mitzukommen?“
„Ja, sehr gerne!“, sagte ich und merkte, dass ich mich drauf freute etwas Zeit mit John zu verbringen.
Wir setzten uns ans Fenster und bestellten etwas zu trinken. In dem Moment schossen mir 6 Wörter durch den Kopf „Ich war immer in deiner Nähe“ Ich sah John an und fragte schließlich: „Wollen wir uns nicht an die Wand setzen?“
Überrascht sah John mich an, nickte, aber schließlich, und so gingen wir zu einen anderen Tisch. , Ist doch eigentlich albern, was ich hier mache? Und selbst wenn Steven uns sehen würde... Ich habe ihm ja gesagt, dass es da noch einen anderen gibt! Warum sollte ich mich also verstecken? Das hab ich doch gar nicht nötig, dass ich jetzt auf ihn auch noch Rücksicht nehme!´, dachte ich mir und ärgerte mich, dass ich vom Fenster weg gegangen bin. Dann riss mich aber Johns Frage aus den Gedanken: „Vermisst du eigentlich New York?“
Ich merkte, dass John ein Gespräch anfangen wollte und ließ mich drauf ein: „New York??? Na ja... Ein bisschen! Man verliebt sich sehr schnell in diese Stadt!“
„Ja, das ist wahr!“, sagte John und lächelte. In dem Moment kamen unsere Gertränke und ich merkte, wie John mich ansah. Ich glaube, er wollte nach Steven fragen, aber er tat es nicht. Stattdessen schwieg er.
Ich seufzte und erzählte schließlich: „Wenn ich ehrlich bin, hat Steven mir zwar ein paar Antworten gegeben, aber ich verstehe ihn immer noch nicht so ganz. Also, ich meine, warum er sich tot gestellt hat!“
„Wenn du nicht willst, musst du nicht drüber reden!“
„Arhhh... Ich weiß immer noch nicht was ich machen soll! Damals im Schwimmbad... Ich hatte zwar ein schlechtes Gewissen, aber er war tot.. Und jetzt.. Jetzt ist er wieder da... Aber ich weiß einfach nicht, was ich für ihn fühle. Es ist so ungewöhnlich.“
„Kann ich mir vorstellen. Claire, hör zu! Ich würde dich nie zu etwas drängen und ich verstehe, dass es für dich total verwirrend sein muss. Also nehme dir ruhig Zeit. Ich möchte nicht, dass du später mal die Entscheidung bereust, weil du dich zu schnell entschieden hast. Du weißt, ich liebe dich und würde mich wirklich über alles freuen, wenn du dich für mich entscheiden würdest, aber ich weiß nicht, was du fühlst!“
„Ich auch nicht!“, sagte ich traurig.
„Weißt du was? Lass uns ein anderes Thema nehmen, dann kommst du mal auf andere Gedanken!“
Ich lächelte und wir unterhielten uns bis um 3 Uhr über alles mögliche. Wir hatten so gelacht, als wir uns Stories aus unserer Jugend erzählten. Als ich mich schließlich ins Bett legte, war es kurz vor vier!
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:29
Müde stand ich am nächsten Morgen auf. Joe ging es nicht so gut, also gingen John und ich alleine zu den Promoterminen. Wir rannten von einer Radiostation zur nächsten, John gab Interviews, zwischendurch sind wir mal schnell zu Mc Donalds und als wir am Abend das Hotel erreichten, gingen wir schnell zu Joe. Er waren zwar beide erschöpft, aber wir hatten sehr viel Spaß gehabt, zwischen all der Arbeit. Wir berichteten ihm kurz von dem Tag und verabredeten uns für den nächsten Tag um 11 Uhr in der Lobby, da es zur nächsten Stadt gehen sollte.
Kaum stiegen John und ich aus dem Fahrstuhl sah ich Steven vor meiner Tür stehen. John sagte nichts, sondern ging mit mir den Flur entlang. Ich war total ängstlich, da ich weder wusste, was Steven hier machte, noch wie John reagieren würde, aber alles was John sagte war: „Dann bis morgen!“
Ich nickte, sagte: „Gute Nacht“ und ging dann zu meiner Zimmertür.
„Was machst du hier?“, fragte ich Steven, als ich ihn erreicht hatte.
Steven sah auf und ich erschrak. Er sah aus, als hätte er beim Boxen ganz übel verloren. „Was ist denn passiert?“, fragte ich, schloss die Tür auf und ließ Steven rein.
„David und ich hatten Wiedersehen gefeiert!“, sagte er nüchtern.
Verwirrt sah ich ihn an „Hä? Wie bitte?“
„Na ja... Als ich heute vom Frühstück kam, stand David vor meiner Tür!“
Steven sagte nichts mehr.
„Ja und weiter?“
„Er fing an rumzumeckern, was ich mir denn einbilden würde, warum ich so ein Arsch wäre und warum ich dich nicht in Ruhe lassen würde!“
„David ist hier?“, fragte ich überrascht.
„Ja!“
Schnell rechnete ich nach. 6 Stunden Zeitverschiebung, 6 Stunden Flug.. Dann müsste er sich in die nächste Maschine gesetzt haben... David war wirklich immer für mich da gewesen, aber das er so etwas machen würde hätte ich nicht gedacht. Ich war aber nicht sauer auf David. Wahrscheinlich wollte er seinen Ärger nur mal freien Lauf lassen und wenn ich ehrlich war, konnte ich ihm das nicht wirklich über nehmen...
„Das wusste ich gar nicht!“
„Jedenfalls fing er dann an, auf mich einzuschlagen und ich habe mich gewehrt!“
Ich sah Steven nur an und sagte nichts. Er hatte ein ganz blaues Augen, das dick geschwollen war, einen Riss an der Lippe und die rechte Wange sah auch sehr dick aus. Ich wollte gar nicht wissen, wie David aussah.
„So ein scheiß Kerl! Der soll mir bloß nicht noch mal zu Nahe kommen!“, fauchte Steven.
Ich sagte noch immer nichts. , Warum ist David hergekommen? Nur um sich mit Steven zu prügeln?´, fragte ich mich, aber bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, hörte ich Steven „Hast du hier Eis?“ fragen.
Ich schüttelte den Kopf.
„Na ja... Werde es auch so überleben!“
Ich stand einfach da und sah Steven an.
Steven dreht sich zu mir, kam auf mich zu und sah mich an.
„Ich liebe dich so sehr...“, sagte er und küsste mich. Ich ließ es zu. Wir standen da und küssten uns. Ich merkte, wie seine Hände unter mein Oberteil gingen und stieß ihn zurück. Das war jetzt definitiv zu viel.
Steven sah mich enttäuscht an. „Kann ich heute Nacht hier schlafen? David wartet noch immer bei mir im Hotel und ich habe keine Lust dem heute noch mal über dem Weg zu laufen!“
Ich nickte, sagte aber schnell: „Wenn du auf dem Sofa schläfst, kannst von mir aus hier schlafen. Ich fahre aber morgen nach München, muss also nachher noch meine Sachen packen.“
„Ist Ok. Kein Problem!“, sagte er und legte sich auf das Sofa.
Ich begann meine Sachen einzupacken und ging dann duschen. Als ich aus der Dusche kam, war es kurz nach 9 Uhr.
Ich ging leise ins Wohnzimmer, da ich dachte, dass Steven schon schlafen würde.
„Brauchst nicht schleichen, ich schlafe noch nicht!“
„Ok!“, sagte ich und nahm vom Tisch meine Ohrringe, die ich immer zum Schlafen nehme, aber als ich mich umdrehen wollte, nahm Steven meine Hand und zog mich aufs Sofa.
„Ich habe dich so vermisst!“, sagte er und begann wieder mich zu küssen. Schnell zog ich meinen Kopf zurück und stand auf.
„Claire....“
„Steven... Bitte. Ich bin müde und außerdem will ich das nicht!“
„Warum?“
„Also, entweder du schläfst hier und bist ruhig, oder du suchst dir etwas anderes zum Schlafen!“, sagte ich trotzig.
„Ok...“
Ich ging zu meinem Bett, stellte den Wecker und legte mich ins Bett. Ich lag kaum 10 Min. drinnen, als mein Handy klingelte.
Ich stand schnell auf und ging ran.
„Weißt du, wo Steven ist?“, hörte ich David direkt fragen.
„David. Was soll das?“
„Was meinst du?“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:30
„Steven ist hier. Was soll das? Warum habt ihr euch geprügelt?“
„Haben wir nicht! Ich habe ihn nur mal die Meinung gesagt. Was ich davon halte, dass er einfach so verschwindet, dich alleine lässt und gerade, als es dir wieder besser geht, taucht der hier wieder auf und quält dich schon wieder!“
„Hast du etwas von John gesagt?“
„Nein, kein Wort! Geht den auch gar nichts an!“
„David... Bitte.. Lass gut sein!“
„Nein, kommt gar nicht in Frage!“
„Aber das hilft mir jetzt auch nichts. Ich bin müde, wir fahren morgen nach München, und machen da Promo und ich würde gerne noch etwas schlafen.“
„Mmmh... Ok!“
„David, ich finde es echt süß, dass du dich so um mich kümmerst, aber bitte nicht so!“
„Ich war nur so sauer!“
„Ok, verspreche mir, dass ihr euch nicht die Köpfe einschlägt, wenn ich unterwegs bin!“
„Ja, werde ich, aber nur dir zu liebe!“
„Danke!“
„Ok, dann leg dich hin und schlafe etwas!“
Ich legte auf und ging zurück ins Bett....
Als mein Wecker am nächsten Morgen klingelte und ich nach Steven sah, sah ich, dass er schon weg war. Irgendwie war ich froh darüber, also ging ich ins Bad, nahm meine Sachen zum Duschen mit und als ich fertig geduscht war, zog ich schnell meine Sachen an. Ich wollte noch die letzten Sachen in den Koffer packen, als ich überrascht im Wohnzimmer stehen blieb. Steven saß auf dem Sofa, und sah mich an. Der Tisch war mit Frühstückssache gedeckt und auf dem Tisch standen Rosen.
„Morgen! Ich dachte mir, dass ich dich mal mit einem Frühstück überrasche!“
„Wow, danke!“, sagte ich, packe schnell die Sachen ein, schloss den Koffer und setzte mich zu Steven aufs Sofa.
„Gefällt es dir echt? Ich war mir nicht so sicher, ob du die Dinge noch immer magst!“. Unsicher sah er mich an.
Ich schaute mich ein wenig auf dem Tisch um und entdeckte Brötchen, Toast, Butter, Eier, Wurst, Marmelade und Obst. Er hatte an alles gedacht. Ich lächelte.
„Also, Brötchen, Butter und Marmelade hätten gereicht, aber ist super! Danke!“, sagte ich.
„War ja kein Problem!“
Wir frühstückten und unterhielten uns ein wenig. Es war fast ein wenig wie früher.
„Wann fährt ihr denn?“
„Wir treffen uns um 11 Uhr in der Lobby!“, antwortete ich und schaute auf die Uhr. Ich hatte noch knapp 15 Min.
„Aha!“, meinte Steven nur.
„Und was machst du dann?“
„Ich werde wohl auch nach München fahren! Vielleicht könnten wir uns da ja noch mal treffen!“
Ich nickte. Ist vielleicht keine schlechte Idee, dachte ich mir.
Ich ging schließlich noch mal kurz ins Bad, zog mich an und wollte mich dann von Steven verabschieden, aber er sagte: „Können wir ja unten machen, dann trag ich den Koffer für dich!“
So ganz recht war es mir nicht, da John dann Steven wiedersehen würde, aber ich sagte nichts und wir gingen nach unten. In der Lobby angekommen, waren John und Joe noch nicht da. Ich verabschiedete mich von Steven, bedankte mich fürs Frühstückt und meinte dann: „Ich schreibe dir dann das Hotel von mir per sms!“. Er nickte und küsste mich. In diesem Moment hörte ich von hinten ein „Holala!“ und fuhr erschrocken zusammen. Ich ging einen Schritt von Steven weg und sah Joe und John da stehen.
„Ok, ich bin dann weg! Bye!“, sagte Steven und ging.
„Wer war denn das?“, fragte Joe und grinste breit. Ich sah zu John, aber dieser sah weg.
„Ähm... Nicht so wichtig!“, wich ich aus.
„Nach „nicht so wichtig“ sah es aber nicht aus!“, stichelte Joe und grinste fett.
„Können wir dann!“, kam es von John.
„He, ich würde gerne wissen, mit dem Claire hier zu rumknutscht!“, sagte Joe und zwinkerte John zu. Dieser nahm, aber nur sein Gepäck und war mit einem „Ich bin dann auschecken!“ verschwunden.
„Wir kommen mit!“, sagte ich schnell, schnappte mein Gepäck und ging John hinterher. Wie gerne hätte ich mit John gesprochen und ihm das erklärt, aber ich wollte das nicht vor Joe. Also checkten wir alle aus, packten unsere Sachen ins Auto und fuhren zu Flughafen.
Als wir in München angekommen waren, trennten wir uns. Ich ging ins Hotel, kümmerte mich um die Zimmer und ums Gepäck und Joe ging mit John zu den Terminen, die heute noch anstanden.
Er rief kurz auf meinem Handy an, als sie unten in der Lobby waren und ich ging schließlich runter, um ihnen die Zimmerschlüssel zu geben.
John nahm seinen und weg war er. Überrascht sah Joe ihm nach und rief: „Morgen um 8 Uhr beim Frühstück“ hinterher.
„Was hat der heute nur? War schon den ganzen Tag so komisch!“
„Na ja... Ich werde nachher mal mit ihm reden!“, sagte ich, gab Joe seinen Schlüssel und die Zimmernummer und machte mich dann auf dem Weg zu John.
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:31
Als ich vor der Tür stand, klingelte mein Handy- es war Steven. Er sagte, er hätte meine sms von vorhin gelesen und ein Hotel in der Nähe von meinem genommen. Schließlich legte ich auf und klopfte an Johns Tür.
Als John öffnetet sah er mich überrascht an.
„Kann ich reinkommen?“
John sagte nichts, sondern öffnete die Tür.
Ich ging ins Wohnzimmer und sah ihn an. „Das heute morgen...“
„Hab schon verstanden!“, unterbrach er mich kühl.
Angst machte sich in mir breit, als ich Johns kalten Gesichtsausdruck sah.
„Nein, nein.. Wir sind nicht zusammen!“
Er sah mich an, sagte aber nichts.
„David kam gestern und hatte sich mit Steven geprügelt. Steven hatte bloß bei mir geschlafen!“, sagte ich und fügte schnell noch „Auf dem Sofa“ hinzu.
„Aber...“
„Ich weiß, er hat mich geküsst, aber... Aber wir sind nicht zusammen. Ich habe mich nicht entschieden. Ich wollte nur nicht, dass sich die beiden die Köpfe einhauen!“
John nickte, sagte aber nichts weiter dazu.
„John?“
„Ja!“
„Es tut mir leid. Wirklich! Ich weiß, du musst dir total verarscht vorkommen, aber...“
Er unterbrach mich, kam auf mich zu und sagte: „Nein, das ist Ok. Ich verstehe das! Nur.. Ich dachte, du hättest dich entschieden! Und... Es tat schon weh!“
„Nein, hab ich nicht- noch nicht!“
„Ok!... Claire, ich bin müde und würde mich gerne ein bisschen ausruhen...“
„Klar.. Ich bin dann auch weg!“
„So war das nicht gemeint. Du kannst auch gerne hier bleiben. Wenn du willst, aber ich würde gerne schnell duschen und ins Bett!“
„Kein Problem. Ich werde dann mal gehen und mich auch hinlegen!“
John sagte nichts, sondern ließ mich gehen.
Ich ging auf mein Zimmer und ließ mich aufs Sofa fallen. Ich atmete tief durch. Irgendwie schweiften meine Gedanken in die Vergangenheit...
Es war mein 17 Geburtstag. Steven hatte mich zum Picknick eingeladen, aber ich wusste nicht wirklich, was mich da alles erwarten sollte. Wir fuhren und fuhren und irgendwann war ich im Auto eingeschlafen, bis Steven mich wach geküsst hatte. „He, wir sind da!“, sagte er und ich machte verschlafen die Augen auf. Als ich mich umsah, sah ich, dass wir am Strand waren. Steven nahm die Sachen, breitete die Decke im Sand aus und nahm dem Korb und eine Kiste aus dem Auto.
„Setz dich!“, meinte er und ich setzte mich auf die Decke. Ich sah Steven dabei zu, wie er um uns rum lauter kleine Kerzenlichter aufstellte.
„Komm, das ist gar nicht nötig.“, scherzte ich mit ihm, aber er ließ sich nicht unterbrechen. Schließlich setzte er sich zu mir auf die Decke und wir begann uns gegenseitig zu füttern. Steven hatte echt 1000 Sachen mitgenommen. Kuchen, Getränke, Obst und ein paar Sachen zum Knabbern. Als ich keinen Hunger mehr hatte, ließ ich mich einfach nach hinten fallen und Steven sah mich einfach an. Er legte sich neben mich und sah in den Himmel.
„Verdammt schön hier. Wie hast du das denn gefunden?“, fragte ich ihn, aber er sagte nichts. Stattdessen setzte er sich auf, zog mich hoch, sah mir in die Augen, nahm meine Hand und sagte: „ Claire, ich bin wirklich so glücklich mit dir und ich glaube echt, dass wir alles zusammen durchstehen können, wenn wir immer zusammenhalten. Ich kenne wirklich keinen, mit dem ich mein Leben lieber verbringen würde, als mit dir. Ich bin einfach nur glücklich, wenn ich Abends mit dir einschlafen kann und morgen mit dir zusammen aufstehen kann. Du bringst mich zum Lachen, wenn ich traurig bin und mit dir kann man so viel Spaß zusammen haben. Ich weiß, dass du die Frau bist, mit der ich zusammen alt werden möchte, auch wenn wir beide noch so jung sind, aber ich liebe dich und... Und möchte dich fragen, ob du meine Frau werden möchtest?“
Total überrascht sah ich ihn an. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber ich wollte das- mehr als alles und deswegen sagte ich sofort „Ja“.
Steven fing an loszufluchen und verwundert sah ich ihn an: „Was ist denn?“
„Verdammt, das sollte alles so perfekt werden und nun hab ich den Ring vergessen!“
Ich begann laut loszulachen.
„Das ist nicht lustig. Ich hatte so Angst, dass du „Nein“ sagst und ich wollte alles so perfekt machen, und nun das!“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:31
„He, das macht nichts. Hauptsache ich habe dich. Und wenn du die Ringe nicht an Hochzeitstag vergisst, ist das doch gar nicht schlimm!“, sagte ich und küsste ihn. Wir wurden immer leidenschaftlicher und als wir schließlich zurück fuhren, war es schon dunkel...
Ich musste grinsen, als ich an Steven entsetztes Gesicht dachte, als er merkte, dass er die Ringe vergessen hatte. Wir hatten schon viel Spaß gehabt!
Aber auch traurige Sachen. Ich wusste daran denken, als seine Oma gestorben war, wie er sich abgeschottet hat und niemanden mehr an sich ran ließ. Ich wollte ihn damals so sehr helfen, aber ich ließ es nicht zu- bis ich ihm sagte, dass seine Oma das sicher nicht gewollte hätte, dass er sich so zurückzieht und mit einem Mal, war meine Entscheidung gefallen- ich wusste, für wen ich mich entschieden hatte und mit dem ich zusammen sein wollte.
Ich schnappte meine Jacke und Tasche, lief die Treppen zur Lobby runter und gab schnell den Schlüssel ab. Ich nahm das nächste Taxi- ich wollte zu Steven-ganz schnell...
Vor seinem Hotel stieg ich aus dem Taxi und fragte an der Rezeption nach Stevens Zimmernummer, aber sie meinten nur, dass sie keine Peron hatten, die so hieß. Überrascht griff ich nach meinem Handy und rief Steven an:
„Hi, hier ist Claire. Eigentlich wollte ich zu dir, aber die Leute an der Rezeption meinen, du wohnst hier nicht!“
„Ich hab einen anderen Namen genommen Wo bist du?“
„In der Lobby!“
„Von meinem Hotel!“
„Ja!“
„Ok, warte... Ich komme runter!“
Ich legte auf und setze mich auf einen Stuhl, der in der Empfangshalle stand.
5 Min. später stand Steven vor mir. „Claire! Schön das du da bist!“
„Warum checkst du mit einem anderen Namen ein?“, fragte ich noch immer überrascht.
„Zur Sicherheit! Ich will nicht, dass jemand anderes weiß, dass ich noch lebe! Aber komm doch mit hoch!“, sagte Steven, nahm meine Hand und wollte mich mit ziehen, aber ich entriss ihm meine Hand.
„Nein, Steven! Ich habe mich entschieden- Nicht für dich!“
„Was? Aber.. Aber ich dachte.. Wir... Wir wollten unser Leben teilen!“, entsetzt stotterte er rum.
„Ja, aber das war bevor das alles so kam!“
„Claire! Ich liebe dich!“, sagte er und wollte mich umarmen, aber ich ging einen Schritt zurück und sagte kalt „Bitte lass mich in Ruhe!“
Steven sah mich an und stotterte: „ Gib mir doch eine Chance... Ich... Wir.. Es wird wieder so sein wie früher!“
„Nein, nichts ist mehr wie früher! Du hast mich verarscht, hast mich alleine gelassen! Du hast mich gelogen! Ja, ich wollte mein Leben mit dir teilen, aber das war vor Jahren- als ich dich noch für einen anderen Menschen hielt. Einen von dem ich glaube, dass er mir alles erzählen würde, der alles mit mir teilen würde und dem ich vertrauen konnte. Aber das kann ich jetzt nicht mehr!“
Steven sah mich noch immer total entsetzt und bleich an.
„Ich habe jemand anders kennen gelernt, jemanden, der mich nicht bedrängt und jemand, der mir auch Zeit gibt, wenn ich sie brauch!“
„Ich gebe dir auch Zeit, soviel du willst!“
„Nein Steven. Dafür ist es jetzt zu spät. Die Jahre waren zu viel. Ich liebe jemand anderes! Und ich glaube, ich könnte mit ihm glücklicher werden!“
„Als mit mir?“
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:36
„ich weiß nicht. Wir hatten so viele schöne Zeiten, aber das WAR mal. Wenn ich dich jetzt sehe, dann habe ich das Bild der entführten Flugzeuge vor Augen, wo ich jahrelang gedacht habe, dass du in einem sitzen würdest. Früher hatte ich ein anderes Bild von dir- aber jetzt nicht mehr!“
„Ich will dich aber nicht hergeben!“
„Das wirst du aber müssen. Es gibt kein uns mehr! Es gibt auch keine gemeinsame Zukunft mehr- nicht zusammen!“
„Aber... „
„Nichts aber. Für mich wars das! Ich werde jetzt gehen und möchte nichts mehr von dir hören.... So wie all die Jahre!“
Ich drehte mich um und wollte zum Ausgang gehen, aber Steven hielt mich fest.
„Warum wirfst du das alles weg was wir hatten?
„Ich werfe es nicht weg... Du hast es weggeworfen... Du wolltest gehen. Es ist mir egal, was du machst. Ob du dich den Leuten stellst, oder ob du weiter auf der Flucht bleibst. Es ist jetzt dein Leben- nicht mehr unseres... Bye Steven! Leb wohl!“
Ich befreite mich und lief zum Ausgang. Ich nahm das nächste Taxi und fuhr zurück zum Hotel. Es war mittlerweile nach 0 Uhr und ich rannte die Stufen hoch, zu unserer Etage....
Vor Johns Tür blieb ich völlig außer Atmen stehen- scheiß 5. Stock und klopfte -aber John öffnete nicht. Schließlich klopfte ich noch mal und John öffnete- total verschlafen, in Boxer und T-Shirt. Überrascht sah er mich an „Ist was passiert!“ Ich nickte und John ließ mich rein.
Als John ins Wohnzimmer kam und mit „Sorry, ich hab schon gesch...“ Musste ich ihn einfach küssen. John war total überrascht und guckte total verdattert. Als ich mich schließlich von ihm löste, gucke John noch immer überrascht. Ich schoss los:
„Ich war grad bei Steven. Ich hab mich entschieden -Für dich. Ich habe mit Steven gesprochen. Ihm gesagt, dass ich mir keine Zukunft mehr mit ihm vorstellen kann. Das ich dich liebe und mit dir zusammen sein will!“
John aber sagte gar nichts
Leise fügte ich „Wenn du das denn noch willst!“ hinzu
John schüttelte einmal den Kopf „Träum ich, oder has du das wirklich gesagt?“
Ich nickte.
John rannte auf mich zu und drückte mich ganz fest an sich „Und ob ich das noch will!“
Ich lächelte und kuschelte mich an John.
„Ich hab nicht gedacht, dass ich ne Chance hätte!“, gestand John und ließ mich wieder los. Ich vermisste seine Wärme sofort und kuschelte mich wieder an ihn.
„Ich sagte doch, die hast du!“
„Claire ich liebe dich!“
„Ich liebe dich auch!“ Es war so lange her, als ich das das letzte Mal gesagt hatte, aber jetzt konnte ich es wieder sagen- ohne Reue und Felsenfestsicher, dass ich es Ernst meinte....
John nahm mein Kinn in die Hand und küsste mich....
____________________________________
LadyLilia
Anmeldedatum: 01.01.1970 Beiträge: 0
Verfasst am: 04.08.2006, 18:38
Würd mich sehr über feedback freuen, wenn es jemand gelesen hat